Die Jugend wird immer schlimmer – schon immer

Dies ist der gelungene Titel eines umfangreichen Essays des Schriftstellers und Berufsschullehrers Jürg Meier, genannt Jürgmeier, publiziert im Infosperber vom 15. Februar 2012. Der etwas aussschweifende Text enthält viele schöne Beispiele zur Auffassung, dass die heutige Jugend nicht mehr ist, was sie mal war.

Gutes Material für Vorträge und Diskussionen mit der Generation, die noch in der guten alten Zeit jung war. Ein weiteres schönes Beispiel habe ich selbst kürzlich publiziert.

Jugendpsychologie unterstützt Berufsbildung

Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl wurde in der NZZ zum „Zustand der heutigen Jugend“ interviewt. Die Gesprächspartner kamen auf die Bewältigung der Pubertät zu sprechen. Guggenbühl meinte dazu:

„Die Lehrstelle ist so wichtig, weil die Jugendlichen auf Personen treffen, die sich mit ihnen auseinandersetzen, Forderungen an sie stellen, aber sie gleichzeitig wertschätzen. Pubertierende sehnen sich nach wirklichen Aufgaben und Verantwortung. Man darf nicht vergessen, dass bei der Gründung des Weltreichs England die Kapitäne der Schiffe der Royal Navy zum Teil erst 15 Jahre alt waren.

Berufliche Tätigkeiten geben den Pubertierenden oft das Gefühl, ernst genommen zu werden, der Verdienst ist der Beweis, dass man dazugehört. Sie empfinden die schulische Ausbildung hingegen oft als Disziplinarmassnahme der Erwachsenen, besonders die Gymnasiasten; sie fühlen sich noch zu wenig nütze, müssen lernen, was die Erwachsenen wichtig finden, was ihnen als Anpassungsleistung vorkommt. Es kommt dann oft zu einer Gegenreaktion, sie «tun blöd». Gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass sie Bezugspersonen haben, die Grenzen ziehen, jedoch auch die Beziehung nicht abbrechen.“

Eine Stimme für die berufliche Grundbildung aus einer anderen Warte …

Quelle: NZZ vom 30.3.11, Vom Leben und Leiden in der Pubertät. Interview von Walter Hagenbüchle mit dem Jugendpsychologen Allan Guggenbühl und der SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.

Die Vorbildung der Jugendlichen genügt nicht mehr!

„Die Erfahrungen in der Berufsschule und bei der Lehrabschlussprüfung deuten darauf hin, dass in unserer Schulbildung etwa nicht mehr ganz in Ordnung ist. Der Unterrichtsstoff ist gegenüber früher zu einem Vielerlei geworden auf Kosten der grundlegenden Ausbildung im Lesen, Schreiben, Rechnen.“
Tönt modern, nicht wahr? … und stammt aus dem Jahr 1934. Autor ist Jeangros, der damalige Leiter des Berner Berufsbildungsamtes.

Quelle: Jeangros Erwin: Unsere berufliche Jugend, Bern 1934, S.44
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