Woher kommen die Begriffe Triales System und Betriebslehre?

Kürzlich wurde vermutet, ich hätte den Begriff „triale Berufslehre“ in die Welt gesetzt. Danke fürs Kompliment – leider ist es unberechtigt. Seine erste Verwendung fand er meines Wissens in der „Botschaft zu einem neuen Bundesgesetz über die Berufsbildung“ vom 26. Januar 1977, also in der Botschaft der vorletzten Gesetzesreform.
Seite 9 wird die Notwendigkeit der Reform wie folgt begründet: „Einer der wesentlichen Gründe für die Revision des Gesetzes liegt in der Notwendigkeit, die berufliche Grundausbildung zu verbessern. Wenn die Betriebslehre weiterhin ihren Platz behaupten will, so ist es notwendig, sie wirkungsvoller zu gestalten. Es geht dabei vor allem um den Übergang vom dualen zum trialen System, das in den Erläuterungen zu Artikel 7 näher umschrieben wird.“ … womit auch gleich der Begriff der „Betrieblsehre“ eingeführt ist, meines Wissens auch zum ersten Mal.Hier nun die oben erwähnten Ausführungen zu Artikel 7 des Gesetzesentwurfs:
„In Buchstaben a kommt der Übergang vom bisherigen dualen Sysem (Lehrbetrieb/Berufsschule) zum trialen (Lehrbetrieb/Einführungskurs/Berufsschule) zum Ausdruck. Das Merkmal dieses Systems liegt darin, das nicht mehr jeder einzelne Lehrmeister seinem Lehrling die grundlegenden Fertigkeiten des Berufes selbst vermittelt, sondern dass diese Ausbildungsarbiet kollektiv, das heisst in Form von sogenannten Einführungskursen, erfolgt. Ein solcher Kurs soll jeweils stattfinden, wenn nach dem Ausbildungsprogramm eine neue und wesentliche Fertigkeit zu vermitteln ist. Die hauptsächliche fachliche Aufgabe des Lehrmeisters besteht bei diesem System darin, dem Lehrling Gelegenheit zu geben, das im Einführungskurs Erlernte anhand von im Betrieb anfallenden Arbeiten zu über und zu vertiefen.“ (Seite 18 der Botschaft)
Wt 26.1.2010

1981 taucht dann der Begriff bei der Deutschen Industrie- und Handelstag auf. Im Zusammenhang mit dem Berufsgrundbildungsjahr heisst es: „Hier handelt es sich eindeutig um die Weichenstellung des Staates für die allmähliche Umformung und Einschmelzung der Betriebslehre in Richtung auf ein staatlich-schulisches Berufsbildungssystem, das an der Basis weitgehend von der Schule, dann von überbetrieblichen Einrichtungen und erst an dritter Stelle vom Betrieb als Restfaktor gebildet wird (Triales System).“
Deutscher Industrie- und Handelstag (Hg.): Schule und Beruf. Für eine Revision der Bildungspolitik. Bonn 1981, S. 47, zit in Dehnbostel 1988, S. 121