Wissen ist in der Wissensgesellschaft zum Unwort geworden.

Ich habe heute morgen einen anregenden Betrag aus dem Podcast „SWR2 Aula“ mit Paul Liessmann gehört, in dem aufzeigte, dass „Wissen in der Wissensgesellschaft wenig gilt“, u.a. weil es fälschlicherweise mit Information und Information mit der Archivierung von Daten Verwechselt wird.
So kreisen denn heute Lehrpläne um „Kompetenzen“, „Workloads“ und „Soft Skills“. Von „Bildung“ ist sowieso nicht mehr die Rede. Vielleicht zu Recht, versteht man doch unter diesem Begriff nicht mehr die Möglichkeit, den Menschen „aus der Unmündigkeit in die Autonomie zu leiten“, sondern ein Überlebenstraining für die einen und das zentrale Mittel für den „erbitterten Kampf um Chancen und Einkommen“ für die anderen.
Liessmann kommt dann zu den andernorts auch publizierten Unterscheidungen von verschiedenen und in unserer Zeit unterschiedlich wertvollen Formen von Wissen und der Möglichkeit, diese zu definieren, zu erwerben und nachzuweisen. Seine Warnung vor dem Versuch, das wirklich wichtige Wissen als Kompetenzen zu definieren, die man in Test erfassen und in Bildungsstandards beschreiben kann – dies ist im Auge zu behalten scheint mir wichtig, wenn auch heute ein Kampf mit der Windmühle!