Warum Betriebe _wirklich_ ausbilden

An einer Tagung der SGAB am 30. März 2011 versuchten zuerst vier Referent/innen, dann die Teilnehmenden in der „Mini Open Space“ selbst, Antworten auf diese Frage zu finden.

Nach meiner persönlichen Zusammenfassung der vorgebrachten Argumente ist sie wie folgt zu beantworten:
– Produktiver Beitrag der Lernenden an die Firmenziele dank positivem Aufwand-Ertrag-Verhältnis
– gesellschaftliches Engagement der Betriebe: Chancen für Jugendliche anbieten
– Nachwuchs für das Unternehmen, die Branche, die Volkswirtschaft schaffen
– Beitrag zu einem guten Image des Unternehmens
– Tradition: man hat es immer schon gemacht
– Spass, Freude am Ausbildung, am Erziehen
– Beitrag zur Qualitätsverbesserung (man muss alle Abläufe neu durchdenken)
– Junges Blut ins Team bringen
An der Tagung in Solothurn sprachen
Jürg Schweri EHB, Jürg Jegge Märtplatz, Ralph Hardegger Migros Zürich, Regina Soder Schw. Berufsverband des Pflegepersonals. Die Open Space-Veranstaltung, an der übrigens innert kürzester Zeit 12 Diskussionideen vorgeschlagen und dann engagiert in neun Gruppen diskutiert wurde, moderierte Helena Neuhaus, Zukunftsgestaltung. Die Ergebnisse und die Referate sollen auf www.sgab-srfp.ch publliziert werden.
Apropos „produktiver Beitrag“: Jürg Schweri zitierte aus der Untersuchung 2007 (?), wonach der Ertrag bei Elektromonteueren 45’000, bei Schreinern 34’000, bei Informatikern -33’000, bei Polymechanikern -250’000 beträgt. Dazu kommt aber die Einsparung von „Rekursiven Opportunitätskosten“, die beispielsweise beim Polymechaniker auf 30’000 Fr geschätzt werden. Also leistet auch diese Lehre einen „produktiven Beitrag“.
Frau Soder erwähnte eine Zahl von Curaviva (Verband der Heime), wonach bei einer FABE-Lehre (oder FAGE?) ein Nettoertrag von 7000 Fr/Jahr entstehe! Dies zur Forderung der Spitäler, der Kanton müsse an die Ausbildungskosten zahlen. Gut, in Akutspitälern dürfte der Ertrag nicht so hoch sein. Umso sinnvoller wäre es, Ausbildungsverbünde mit Pflegeheimen und Akutspitälern zu schaffen.