Sonderfall Schweiz

Die Berufslehre war mal ein in ganz Europa verbreitetes Berufsbildungssystem. Im Zuge der Wanderung von Europäern nach Nordamerika gelangte sie auch dort zu einer gewissen Verbreitung. Auch heute noch gibt es überall in Europa und Nordamerika Berufslehren, von Bedeutung als Bildungssystem für eine grössere Gruppe von Jugendlichen ist sie aber nur noch im deutschsprachigen Teil Europas und – in ähnlicher Form – in den benachbarten Ländern wie die Niederlande und Dänemark. (vgl. Abbildung).

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Die Blüte, die unser Berufsbildungssystem heute in der Schweiz erlebt, ist historisch wie geografisch einmalig. …Das aktive und entschiedene Handeln von BBT und EDK haben einen rechten Anteil daran (die Haltung von Wirtschaft und Politik ist hingegen differenzierter zu sehen). Kein Wunder, dass Vertreterinnen und Vertreter eines derart erfolgreichen und guten Produkts versuchen, es auch zu exportieren. In der Vergangenheit war der diesbezügliche Erfolg bescheiden, obwohl sich speziell Swisscontact seit Jahrzehnten darum bemühte.

Viele aufstrebende Länder gehören bezüglich Bildung zum Einflussbereich von Grossbritannien. Sie bevorzugen oft auch das dort übliche Berufsbildungssystem, das auf Modulen aufbaut. Ein gutes Beispiel ist diesbezüglich Indien. Es gibt dort zwar seit 1950 ein „craftman-training“ mit 70 Prozent praktischer Ausbildung und einer Dauer von ein bis drei Jahren, vgl. www.dtetoissa.gover.in. Breite Kreise erreicht dieses Modell aber nicht. Hingegen soll gemäss Planung des Bundesregierung zwischen 2007 und 2012 in einem modularen System 1’000’000 Personen „Labor skills“ vermittelt werden. Das diesbezügliche Programm umfasst 1090 Kurse in 46 Sektoren von „Apparel /Garments“ (Bekleidung) bis „Poultry“( Federvieh) .

Es handelt sich dabei um recht umfangreiche Kurse. Beispielsweise umfasst Autoreparatur 1. Niveau 18 Kurse im Umfang von total etwa 4000 Stunden. Informationen zu diesem Programm finden sich unter www.dget.gov.in/mes.