Mit der Berufsmaturität in die Universität

Die Hochschule Liechtenstein wird zur Universität, so ist der NZZ vom 11. Juni 2010 zu entnehmen. Da interessiert natürlich, was das für Ostschweizer/innen mit einer Berufsmaturität bedeutet, von denen viele in Vaduz Architektur, Informatik oder einen der wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge besuchen.Zur Erinnerung: In Österreich gibt es seit über 15 Jahren die Möglichkeit, mit einer Berufsmaturität an einer Universität zu studieren, vgl. unsere Untersuchungen im Rahmen des Projekts „EURO-BAC„. Die Schweiz hat vor wenigen Jahren nachgezogen, in dem Personen mit einer Berufsmaturität eine zweisemestrige „Passerelle“ absolvieren können.
Die „BMS Liechtenstein“ in Vaduz bietet nun einen viersemestrigen Vollzeit-Lehrgang an, der beides in interessanter Weise kombiniert.
Wer eine Schweizer Berufsmatura besitzt kann neu in das 3. Semester dieses Lehrgangs eintreten und die „Berufsreifeprüfung“ Ende des 4. Semesters ablegen. „Die damit erlangte zusätzliche Studienberechtigung gilt für die universitäre Hochschule Liechtenstein und für alle Hochschulen und Universitäten in Österreich, nicht aber für die Universitäten in der Schweiz.“ liest man dazu auf der Website der BMS Liechtenstein.

Interessant?
Ich denke schon, denn so vermeidet man die Unwägbarkeiten der der eidg. Maturität angelehnten Passerellen-Prüfung und die kleine Hochschule Liechtenstein bietet speziell im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich interessante Lehrgänge auf allen drei Stufen an, Bachelor, Master und PhD. Zudem findet der Präsenzuntericht an vier Abende von 17.15 bis 21.20 statt, was einige Freiheiten bei der Zeiteinteilung lässt.
Spätestens nach dem Bachelor-Abschluss ist auch ein Wechsel der Hochschule möglich, in sehr vielen Fällen bereits nach dem 1. Jahr des Hochschulstudiums.

UPDATE: Die Umwandlung in eine Universität ist seit zwei Jahren im Gange. So gibt es bereits zwei Doktoranden, die seinerzeit mit einer Schweizer Berufsmaturität die Bachelor-Ausbildung wirtschaftswissenschaftlicher Richtung aufgenommen hatten, später eine Masterausbildung absolvierten und nun an ihrer Dissertation arbeiten.