Kinderarbeit in der Schweiz

Dieser Tage wurde es mir wieder bewusst: es ist noch keine 50 Jahre her, seit in der Schweiz alle Kinder das Recht haben, ganzjährig zur Schule zu gehen.

In den 60er Jahren des 20. Jh. dauerte das Schuljahr in den Bündner Bergen 28 Wochen. Von April bis anfangs Oktober war schulfrei, damit die Kinder auf den Höfen ihrer Eltern mitarbeiten konnten. Man sprach denn auch von Winterschule im Gegensatz zur Ganzjahresschule in den Städten.

Wir Lehrer waren übrigens damals während 30 Wochen angestellt; es wurden uns 2 Wochen bezahlte Ferien gewährt. Im Sommer arbeiteten viele von uns in der Saison-Hotelerie, andere bei Bergbahnen oder – wie ihre Schüler/innen – auf den eigenen Höfen.

Der Religionsunterricht dauerte übrigens am Heinzenberg noch einige Wochen kürzer, denn der Pfarrer dieser Region war leidenschaftlicher Jäger und liess sich während der Hochjagd von seinen Verpflichtungen freistellen …