Jugendpsychologie unterstützt Berufsbildung

Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl wurde in der NZZ zum „Zustand der heutigen Jugend“ interviewt. Die Gesprächspartner kamen auf die Bewältigung der Pubertät zu sprechen. Guggenbühl meinte dazu:

„Die Lehrstelle ist so wichtig, weil die Jugendlichen auf Personen treffen, die sich mit ihnen auseinandersetzen, Forderungen an sie stellen, aber sie gleichzeitig wertschätzen. Pubertierende sehnen sich nach wirklichen Aufgaben und Verantwortung. Man darf nicht vergessen, dass bei der Gründung des Weltreichs England die Kapitäne der Schiffe der Royal Navy zum Teil erst 15 Jahre alt waren.

Berufliche Tätigkeiten geben den Pubertierenden oft das Gefühl, ernst genommen zu werden, der Verdienst ist der Beweis, dass man dazugehört. Sie empfinden die schulische Ausbildung hingegen oft als Disziplinarmassnahme der Erwachsenen, besonders die Gymnasiasten; sie fühlen sich noch zu wenig nütze, müssen lernen, was die Erwachsenen wichtig finden, was ihnen als Anpassungsleistung vorkommt. Es kommt dann oft zu einer Gegenreaktion, sie «tun blöd». Gerade in dieser Phase ist es wichtig, dass sie Bezugspersonen haben, die Grenzen ziehen, jedoch auch die Beziehung nicht abbrechen.“

Eine Stimme für die berufliche Grundbildung aus einer anderen Warte …

Quelle: NZZ vom 30.3.11, Vom Leben und Leiden in der Pubertät. Interview von Walter Hagenbüchle mit dem Jugendpsychologen Allan Guggenbühl und der SVP-Nationalrätin Natalie Rickli.