Jugendarbeitslosigkeit: Fehler bei den Quoten werden anerkannt

Ich habe letzten Sommer darauf hingewiesen, dass die Unterschiede bei der Jugendarbeitslosigkeit zwischen Deutschschweiz und Romandie überschätzt werden. Frau Prof. Monika Bütler hat dann analoge Überlegungen publiziert.

Nun folgt die deutsche Arbeitsmarktbehörde, die Bundesagentur für Arbeit (BdA) mit Überlegungen zur Jugendarbeitslosigkeit in den Ländern der EU. Für Spanien beispielsweise hört man von einer Jugendarbeitslosigkeit von 55.9%. Diese Quote vergleicht die Zahl der Arbeitssuchenden mit derjenigen der gleichaltrigen Jugendlichen, die arbeiten oder einen Job suchen. Ein grosser Teil der 15 bis 25-jährigen Jugendlichen besucht aber noch eine Schule bzw. Hochschule. Vergleicht man die Zahl der Arbeitssuchenden mit der Gesamtzahl der 15- bis 25-Jährigen, beträgt die Jugendarbeitslosigkeit gemäss BdA in Spanien nicht mehr 55.9%, sondern 20.6%.

Selbstverständlich sind auch das noch 20% zu viel – trotzdem ist es falsch zu behaupten, jeder 2. Jugendliche in Spanien sei arbeitslos. In Deutschland beträgt die Quote gemäss gleicher Quelle übrigens zurzeit 4.1% statt 7.6%