Glaube keiner Statistik …

„Die Tatsache, dass sich sogar aus denselben Daten vollkommen widersprechende Ergebnisse herausdestillieren lassen, ist in der ökonomischen Forschung keineswegs ungewöhnlich. Das eben erwähnte Beispiel macht einmal mehr deutlich, dass empirische Datenanalysen mit Hilfe statistischer Verfahren (Ökonometrie) in Wirklichkeit selten dazu beitragen, Behauptungen als richtig oder falsch zu entlarven. Durch „geeignete“ Auswahl der Daten und des Zeitraums, durch „geeignete“ Manipulation der Daten, durch die Auswahl „geeigneter“ statistischer Verfahren und durch die Nichtpublikation von Resultaten, die der eigenen Position widersprechen, lassen sich fast alle postulierten Zusammenhänge je nach Interesse der Forscher bestätigen oder falsifizieren. Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.“

Dies ist ein Zitat von Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und u.a. Autor des Buches „Sinnlose Wettbewerbe – Warum wir immer mehr Unsinn produzieren.“ Im Zusammenhang mit der Frage, ob Reichtum glücklicher macht, äussert er sich einmal mehr zum Wert von empirischen Untersuchungen und findet dabei einmal mehr heraus, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.

Seine Kritik an der emprischen Forschung ist auch auf seine eigenen Aussagen anzuwenden. Trotzdem lerne ich daraus: bei der Anwenddung von empirischen Aussagen (z.B. den Resultaten der PISA-Untersuchungen) ist höchste Vorsicht geboten. Oder wie der Volksmund sagt: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Womit ich einmal mehr eine Beleg für eine Auffassung gefunden habe, die ich schon lange vertrete. Wie sagt doch Binswanger: „Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.“