Entstehung der „Lernpiloten“, einer weit entwickelten Form der Lernstätten

In der neuen Fassung des Buches „Berufsbildung in der Schweiz“ wird sowohl im Abschnitt über die Grundbildung im Grossbetrieb als auch in demjenigen über die Simulation auf den „Lehrpilot“ von aprentas Bezug genommen, einer speziell für die Ausbildung eingerichteter Fabrik, in der die angehenden Chemie- und Pharmatechnolog/innen EFZ einen grossen Teil ihrer Ausbildung absolvieren: Im kleinen Massstab und mit weniger wertvollen Substanzen erlernen sie die Ausführung von Grundfunktionen wie filtrieren, destillieren, rühren, extrahieren. Es ist dies eine besonders weit entwickelte Form der Simulation als Vorbereitung auf die Arbeit ‚on the Job‘, also in der Produktion.

Dieser Tage wurde ich auf zwei 1946 und 1952 entstandenen Aufsätze aufmerksam gemacht, die zeigen, dass diese Form der Simulation bereits Mitte des letzten Jahrhunderts entstanden ist, als Hilfsmittel zur Ausbildung des „Chemiehandwerkers“, später Chemikant genannt und heute „Chemie- und Pharmatechnologe EFZ“. Schon damals kamen die Lernenden erst gegen Ende der Lehrzeit in die Produktion, was allerdings nicht nur didaktisch, sondern mindestens so sehr arbeitsrechtlich bedingt war.

Quelle: ChemieXtra, Ausgaben 5/2014 und 7-8/2014, Download (mit zeitgenössischen Bildern)