Eine Generation im Zaudermodus

„Dreissig zu werden, heisst heute vor allem zu erkennen, dass Verheissungen sich nicht erfüllt haben.“ schreibt der 30-jährige Tomasz Kurianowicz in der NZZ:
„29 zu sein fühlt sich so an wie ein Sonntagmorgen nach einer durchfeierten Samstagnacht. Man inhaliert noch das Gefühl der Unbeschwertheit, der Freiheit, der nie versiegenden Jugend – und zugleich ahnt man schon, dass sich der Montag langsam in die Woche schleicht. …
Das Wochenende verblüht schnell. Mit dem Leben verhält es sich nicht unähnlich. Man ist zwanzig, geht in eine beliebige Grossstadt studieren, hat sich vorher so seine Phantasien zurechtgelegt – wie es ist, auf sich allein gestellt zu sein, sich zu verlieben, sich zu trennen und wieder zu verlieben, sich ins offene Leben hineinzuwerfen, Entscheidungen zu treffen, Wurzeln abzuschneiden und neue zu schlagen. Und dann merkt man, dass das naive Lebensgefühl ziemlich schnell verfliegt …
Und dann kommt der Schock. Der Schock um die Erkenntnis, dass die Zeit abläuft. Dass man falsche Entscheidungen getroffen hat. Dass man jemand ist, der man nicht werden wollte und dass man nicht jeder werden kann.

… darum brauchen wir eine Berufslehre für Errwachsene, eine die sie echt ergreifen können, eine echte ZweiteChance. Der Text – und die 32 Kommentare, die bisher dazu publiziert wurden, geben uns einen Eindruck von der Befindlichkeit und damit von den Bedürfnissen der „Generation im Zaudermodus“.