Duale Hochschulen: Berufslehren in der Tertiärstufe

Gleich jenseits unserer Landesgrenze ist ein Hochschultyp entstanden, von dem man in der Schweiz nichts hört: In Baden-Württemberg studieren 25’000 Student/innen „dual“: Im Dreimonatsrhythmus alternierende Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Unternehmen sind die Spezifika der
dualen, praxisintegrierenden Studiengänge. Es ist ein „duales Modell“ auf der Hochschulstufe, mit einem Bacherlor als Abschluss.Der Website der Dualen Hochschule Lörrach ist Näheres zu entnehmen: „Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist die erste duale, praxisintegrierende Hochschule in Deutschland und zählt mit über 25.000 Studierenden zu den größten Hochschulen des Landes und ist organisiert nach dem amerikanischen »State University« System. Der Erfolg ihrer Studienabgänger beruht auf dem dualen Studienkonzept und dem praxisorientierten Studium in enger Zusammenarbeit mit über 8.000 kooperierenden Unternehmen, Verbänden und sozialen Einrichtungen.“
Die Dualen Hochschulen sind aus den Berufsakademien des Bundeslandes hervorgegangen. Sie führen zu einem ’normalen‘ Bachelor-Abschluss, der bei genügenden Leistungen den Zugang zu Masterstudiengängen an Universitäten zulässt.
Aber kann man von „Berufslehre in der Tertiärstufe“ sprechen? Gut – dies ist vielleicht etwas plakativ gesagt. Immerhin sind die Ähnlichkeiten nicht zu verkennen: Betrieb und (Hoch)Schule als zentrale Lernorte, zwischen deren Besuch abgewechselt wird, berufsbildender Abschluss. Nur eben auf der Tertiärstufe statt auf der Sekundarstufe II. Interessant für die Ausbildung in Berufen, bei denen eine Volksschulbildung als Voraussetzung nicht genügt.
Hat die Schweiz Vergleichbares? Ich kenne nur gewisse Ausbildungen im Gesundheitsbereich, z.B. der BSc Hebammen an der ZHAW: „Theoretische Studienabschnitte an der Hochschule wechseln sich mit praktischen Ausbildungsphasen in verschiedenen Arbeitsbereichen der Hebamme ab.“