Die Bedeutung der sozialen Umwelt für eine geschlechtsspezifische Berufswahl

Rund die Hälfte der beruflichen Grundbildungen in der Schweiz sind „segregiert“: Ihnen gehören 90% oder mehr Lernende des selben Geschlechts an. In einer Befragung von 2287 Jugendlichen zeigte sich unter anderem überraschend, dass nur die Eltern (nicht aber Lehrpersonen oder Berufsberatende) einen nennenswertein Einfluss auf die geschlechtsspezifische Wahl ausüben. Dieser elterliche Einfluss ist signifikant und stabil, und er verläuft eher unerwartet: Der Einfluss des Vaters führt, unabhängig vom Geschlecht des Jugendlichen, tendenziell eher zu einem männerdominierten Beruf; die Frauen ermutigen die Entscheidsuchenden, ebenfalls unabhängig von deren Geschlecht, eher zur Wahl eines «weiblichen» Berufs. Es scheint also nicht das Geschlecht des Jugendlichen zu sein, was die Tendenz im elterlichen Rat bestimmt, sondern das Geschlecht des Ratgebenden.

(PANORAMA.aktuell 18.5.2009)