Deutschland fördert die überbetrieblichen Werkstätten

Im Juli ist eine “Gemeinsame Richtlinie für die Förderung überbetrieblicher Berufsbildungsstätten (ÜBS) und ihrer Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren” des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Kraft getreten.

Diese Werkstätten entsprechen dem „dritten Lernort“ in der Schweiz, also den Trägern der überbetrieblichen Kurse. Das Ziel ihrer Tätigkeit ist allerdings nicht ganz vergleichbar. Die „Rechtslupe“, der wir den Text entnehmen schreibt dazu:
„Um auch kleinen und mittleren Betrieben die Möglichkeit zu einer qualitativ anspruchsvollen Aus- und Weiterbildung zu bieten, sind in der Vergangenheit bereits ergänzende Angebote der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten geschaffen worden, derzeit bestehen rund 800 überbetriebliche Berufsbildungsstätten mit mehr als 90.000 Werkstattplätzen, deren Qualifizierungsangebote die betriebliche Aus- und Weiterbildung nach Bedarf ergänzen. Dabei halten die Bildungseinrichtungen – davon bundesweit allein rund 550 im Handwerk – ein breites Spektrum an Lehr- und Lernangeboten bereit. Dieses reicht von der klassischen Unterstützung der Lehrlingsausbildung bis hin zum Bachelor-Abschluss in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen.“

Die neue Richtlinie unter anderem die Übernahme weiterer Aufgaben im Bereich der beruflichen Bildung wie zum Beispiel Berufsorientierungsmassnahmen erleichtern.

Die Berufsbildungsstätten können Zuschüsse fü Investitionen erhalten. Ein Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Modernisierungen. Für das Jahr 2009 sind hierfür allein von Seiten des Bundes über 70 Millionen € vorgesehen.

Fortgesetzt und auf einen längeren Zeitraum ausgeweitet wird auch die 2001 aufgelegte Förderung besonders innovativer überbetrieblicher Berufsbildungsstätten bei der Weiterentwicklung zu Kompetenzzentren, die Qualifizierungsmaßnahmen für neueste technologische Anforderungen entwickeln und diese anderen Bildungsanbietern zur Verfügung stellen. Um diese wichtige Mittlerfunktion zu stärken, wurde die Förderung innovativer Qualifizierungskonzepte der Kompetenzzentren durch das BMBF zudem ausgeweitet.

Die wichtigsten materiellen Verbesserungen der Richtlinien sind dabei:
* Das Aufgabenspektrum der überbetrieblichen Berufsbildungsstätten wird erheblich ausgeweitet und eine flexiblere Finanzierung ermöglicht.
* Der Förderzeitraum für Kompetenzzentren wurde einheitlich auf vier Jahre angehoben.
* Das Bundesbildungsministerium weitet seine Förderung von Leitprojekten geeigneter Kompetenzzentren von zwei Jahren auf drei Jahre aus. In besonders begründeten Einzelfällen kann für die Anpassung der beruflichen Qualifikation an den technologischen Fortschritt ein weiteres zweijähriges Folgeprojekt gefördert werden.
* Der Leistungsumfang wird erheblich erweitert, da das Bundeswirtschaftsministerium nun auch Weiterbildungsstrukturen für die Industrie und den sonstigen Dienstleistungsbereich in den alten Bundesländern fördert.

(rechtslupe.de, 13.7.09)