Höhere Berufsbildung: Ehre wem Ehre gebührt!

Hans-Ulrich Bigler hat sich durchgesetzt: Die Höhere Berufsbildung wird finanziell gestärkt.

Seit NR H.-U. Bigler den Schweizerischen Gewerbeverband leitet (und erst seit diesem Zeitpunkt) hat sich der sgv mit Entschiedenheit für die Stärkung der Höheren Berufsbildung eingesetzt. Nun hat dieses Engagement Früchte getragen. In der Botschaft des Bundesrates für die Aufwendungen für Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017 bis 2020 sind erstmals Beiträge «an Absolvierende von Vorbereitungskursen auf eidg. Prüfungen» vorgesehen, zusätzlich zu den 2017 massiv erhöhten Beiträge an die Durchführung dieser Prüfungen, 136 Mio. für die Prüfungen, verteilt auf 2017-2020 und 365 Mio. für die Jahre 2018-2020. Diese Stärkung der Höheren Berufsbildung ist nun vom Parlament akzeptiert worden.  Ja, es hat sogar eine Erhöhung der Mittel für die (gesamte) Berufsbildung um 100 Mio. beschlossen, neben einer weiteren Aufstockung für die Hochschulen (einschl. ETH) von 260 Mio., entsprechend 25 Mio. bzw. 65 Mio. / Jahr.

Wie sieht das im Zusammenhang aus?
Von den Aufwendungen für die Bildung des der öffentlichen Hand erhielt die Höhere Berufsbildung 2013 339 Mio. Fr entsprechend 1.0% des Aufwandes. Die Hochschulen – mit etwa gleich viel Absolventen wie die Höhere Berufsbildung – erhielten 7’626 Mio entsprechend 21.6%. Details vgl. Wettstein, Schmid Gonon: Berufsbildung in der Schweiz, 2014, S. 148). Sofern sich bei den Kantonen nichts ändert dürften den Hochschulen ab 2017 pro Jahr 350 Mio mehr und der Berufsbildung 65 Mio mehr zur Verfügung stehen. Immerhin eine merkbare Reduktion des Unterschieds …

Allerdings kann im Rahmen der jährlichen Budgetierung noch einiges ändern, denn es sind ja Sparbemühungen zu erwarten. Vergessen wir nicht: Das Parlament muss jedes Jahr das Budget des Bundeshaushaltes beschliessen und es wäre nicht das erste Mal, dass die im Voranschlag beschlossenen Kredite gekürzt werden, weil das Budget deren volle Ausschöpfung nicht zulässt.

Eine Differenz zwischen den beiden Räten ist noch zu genehmigen: Der Bundesrat schlägt vor, dass die Beiträge an die Vorbereitungskurse erst nach der Prüfung ausbezahlt werden, NR Martina Munz hat eine für die Teilnehmenden günstigere Lösung vorgeschlagen. Die Räte sind sich noch nicht einig, ob und wie sie umgesetzt werden soll.

Ausbildende Betriebe: Hauptmotive

Warum bilden Betriebe aus?
In den letzten Jahren wurde stark die ökonomische Seite hervorgehoben: Für sehr viele Lehrbetriebe ‚rentiert‘ ihre Ausbildung kurz- oder längerfristig. Diese Aussagen basieren auf den Untersuchungen von Prof. St. Wolter und Mitarbeitenden. Andere Motive sind aber offenbar mindestens so wichtig, wie diese Forschergruppe bereits 2003 aufgezeigt hat: Gruende fuer Ausbildung.png

Diese Grafik wird wie folgt kommentiert:

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Giesskanne?

Der Kanton Waadt zahlt jedem und jeder Jugendlichen in der Berufsbildung monatlich 80 CHF. So bestimmt es das kantonale Berufsbildungsgesetz vom 9. Juni 2009 Art. 14: Les prestataires de la formation à la pratique professionnelle versent un montant forfaitaire annuel de remboursement des
frais professionnels de 960 frs.“
Aber auch die Betriebe kommen nicht zu kurz: 1139 Firmen schufen in der Waadt 2009 eine neue Lehrstelle und erhielten deshalb 5000 CHF aus dem kantonalen Fonds zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Weitere 1551 erhielten immerhin 500 CHF, weil sie eine frei gewordene Lehrstelle wieder besetzten.

Die gesetzlichen Regelungen zur Berufsbildung der Kantone findet man übrigens sehr bequem über einen Link auf der SBBK-Website.

Deutschland: Nettokosten von 3600 Euro/Auszubildender

„Den Betrieben in Deutschland entstehen für einen Auszubildenden pro Ausbildungsjahr im Jahr 2007 durchschnittlich 15.288 Euro Bruttokosten. Dem stehen Erträge aus den produktiven Leistungen der Auszubildenden von 11.692 Euro gegenüber.
Es ergeben sich also Nettokosten von 3.596 Euro, die ein ausbildender Betrieb im Durchschnitt pro Jahr und pro Auszubildenden aufbringt.“

Dies ist eine der zentralen Aussagen des BIBB-Reports 8/09, der die neusten Ergebenisse der Kosten-Nutzen-Untersuchungen zur Berufsbildung Deutschlands wiedergibt. Download: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a12_bibbreport_2009_08.pdf

Öffentliche Bildungsausgaben: 26,8 Milliarden Franken im Jahr 2006

26,8 Milliarden Franken wendeten Bund, Kantone und Gemeinden im Jahr 2006 für Bildungszwecke auf. Davon profitieren konnten 1,4 Millionen Schülerinnen, Schüler und Studierende. Nach der sozialen Wohlfahrt mit 20,7% ist die Bildung der wichtigste Budgetposten der öffentlichen Hand (18,9%).
Weitere Kennzahlen zur Finanzierung des Bildungswesens in der Publikation „Öffentliche Bildungsausgaben 2006“ des Bundesamt für Statistik
(PANORAMA.aktuell 7.7.2009)

Hochrechnung: Jährlich 5.4 Mia. Franken für Weiterbildung

Der Bildungsforscher Stefan Wolter schätzt in einer Hochrechnung die jährlichen Ausgaben für Weiterbildung auf 5.4 Milliarden Franken. Rund die Hälfte dieses Volumens wird von den Nachfragenden selbst bezahlt; für den Rest kommen die Arbeitgeber oder staatliche Institutionen auf. Dieses Resultat deckt sich in etwa mit einer bewusst konservativen Hochrechnung, die SVEB-Geschäftsführer André Schläfli vor zwei Jahren erstellte. Er kam auf Ausgaben von 4.5 Milliarden Franken.
(PANORAMA.aktuell 23.6.2009)

BEJUNE: Neues Schulgeldabkommen für die postobligatorische Bildung

Die Regierungen der Kantone Bern, Jura und Neuenburg haben ein neues Schulgeldabkommen für den Bereich der nachobligatorischen Ausbildung ratifiziert. Es fasst eine ganze Reihe von Spezialabkommen für allgemein- und berufsbildende Ausbildungen zusammen. Die Vereinbarung bezweckt eine bessere interkantonale Koordination, ja sogar eine Annäherung der Ausbildungssysteme der beteiligten Kantone.
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(PANORAMA.aktuell 26.5.2009)

Studie: Wie viel kostet keine Ausbildung?

Für jede Person, die in der Schweiz ohne Ausbildung bleibt, fallen für die öffentliche Hand jährlich durchschnittlich rund 10’000 Franken Kosten an – in Form von höheren Sozialausgaben und geringeren Sozialversicherungs- und Steuereinnahmen. Das Hauptergebnis einer Studie des Büro BASS im Auftrag von Travail.Suisse zeigt: Öffentliche Investitionen in die Ausbildung von Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen lohnen sich. Travail.Suisse fordert, dass die öffentliche Hand Ausbildung stärker als Investition versteht. Weiter soll sie auch Erwachsenen eine Erstausbildung ermöglicht.
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(PANORAMA.aktuell 26.5.2009)

Lausanne: Wirtschaft und Stadt fördern Lehrstellen mit Preisen

2003 hat die „Société Industrielle et commerciale“ (SIC) in Lausanne einen Preis ausgeschrieben, um einen Unternehmer, der zum ersten Mal ausbildet, oder eine Firma, die sich stark für die Ausbildung von Lernenden einsetzt, zu belohnen. Seit 2008 vergibt die Stadt Lausanne einen ähnlichen Preis. Die beiden Preisträger erhalten einen Betrag von 300 Franken pro Monat während der gesamten Dauer der Berufslehre. Wenn der oder die Lernende die Lehrabschlussprüfung besteht, erhält er oder sie einen Betrag von 500 Franken. Das Preisreglement des SIC und der Stadt Lausanne ist einzusehen unter www.sic-lausanne.ch
(PANORAMA.aktuell 12.5.2009)

Deutschland: Lernende verursachen den Lehrbetrieben nur bescheidene Kosten

Gemäss einer Untersuchung des deutschen Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) verursachte ein/e Lerndende/r 2007 im Durchschnitt Nettokosten von 3596 Euro pro Jahr. Die Bruttokosten beliefen sich auf 15’288 Euro, wovon 61% auf Löhne und Sozialkosten der Lernenden entfielen. Demgegenüber stand ein Ertrag von 11’692 Euro, der sich vor allem aus der produktiven Arbeit der Lernenden ergab. Bei einem Drittel der Lernenden überstieg der Ertrag die Kosten.
Ein Vergleich der deutschen und der schweizerischen Verhältnisse von 2008 ergab, dass die Lernenden hierzulande produktiver sind. Zwei Drittel der Betriebe decken hier die Kosten bereits während der Lehre.
Bericht des BiBB und Zusammenfassung
(PANORAMA.aktuell 12.5.2009)

Höhere Berufsbildung: Sehr heterogene Finanzierung

Die Finanzierung der Höheren Berufsbildung ist äusserst heterogen, wie eine Studie des Büro BASS im Auftrag des BBT zeigt. Ein Beispiel sind die Finanzierungsanteile der öffentlichen Hand für Vorbereitungskurse; wer sich vollzeitlich zum Informatiker ausbildet, wird zu 72% unterstützt, teilzeitlich aber nur zu 20%. Fast die Hälfte der Vollzeitstudierenden stuft ihre finanzielle Lage als schlecht oder sehr schlecht ein, bei den Teilzeitstudierenden sind es 30%. Die Studie ist Teil der Arbeiten am Masterplan Höhere Berufsbildung (http://www.panorama.ch/de/nl/5388 ).
(PANORAMA.aktuell 31.3.2009)

Deutschland: Weiterbildungsförderung verbessert

Wer sich in Deutschland im Rahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung weiterbildet, kann dafür Unterstützung beantragen. Die Bundesregierung hat im Sommer 2008 ein entsprechendes Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz („Meister-BAföG“) eingerichtet, das sie nun mit Verbesserungen ausgestattet hat, die am 1. Juli 2009 inkrafttreten. Grundsätzlich stehen Fortbildungen in allen Berufsbereichen Fördermittel zu. Eine Altersgrenze besteht nicht. Die monatliche Maximalförderung beträgt 670 Euro für Alleinstehende.
Mehr unter www.meister-bafoeg.info/
(PANORAMA.aktuell 3.3.2009)

Finanzierung der überbetrieblichen Kurse: Pauschale 2009 angepasst

Die Liste der Pauschalen 2009 wurde von der SBBK angepasst. Das Dokument wird ab Anfang Januar 2009 auf der Webseite www.sbbk.ch > Empfehlungen abrufbar. Die üK-Pauschalen werden im Jahre 2009 gründlich überarbeitet.
Information: Jean-Daniel Zufferey, SBBK-Geschäftsführer, mailto:zufferey@edk.ch
(PANORAMA.aktuell 6.1.2009)