Der Bund will die Vermittlung von Grundkompetenzen finanziell fördern. Die Stossrichtung der Massnahmen überrascht in mehrfacher Hinsicht.

«Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 5. April 2017 das WBF beauftragt, bis im November 2017 auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes ein Programm für die Weiterbildung von Arbeitnehmenden im Bereich Grundkompetenzen, namentlich mit Blick auf die Digitalisierung der Wirtschaft, zu entwickeln. Die Massnahmen sollen es geringqualifizierten und insbesondere älteren Arbeitnehmenden ermöglichen, im Erwerbsleben zu verbleiben. Ebenfalls bis im November sind die allfälligen notwendigen finanziellen Ressourcen zu beziffern und dem Bundesrat zu beantragen.» (Medienmitteilung)

In der Begründung wird ausgeführt, es bestehe ein ausgebautes Instrumentarium für die Weiterbildungsfinanzierung für Arbeitnehmende. Handlungsbedarf gäbe es hingegen bei der Förderung von Grundkompetenzen wie Kenntnissen der lokalen Sprache oder grundlegenden Informatikkenntnissen. Dies sei insbesondere erforderlich bei über 45-Jährigen sowie in Bereichen mit ausgeprägtem Fachkräftemangel.

Mich wundert, dass die Förderung der Lokalsprache bei über 45-Jährigen und grundlegender Informatikkenntnisse in Bereichen mit Fachkräftemangel Wirkungen haben soll. Weiter erstaunt mich, dass sich die geplanten Massnahmen auf das Berufsbildungsgesetz stützen sollen und nicht auf das neue Weiterbildungsgesetz, in dem die Förderung der Grundkompetenzen ein Schwerpunkt darstellt.

Befremdlich finde ich die Einschätzung der Weiterbildungsfinanzierung. Die Leistungen für die Weiterbildung von Arbeitnehmer/innen mögen in einigen Branchen sehr gut sein, zum Beispiel im Bauhauptgewerbe. Ihre Ausrichtung ist aber in der Regel von der Zustimmung der Arbeitgeber abhängig. Weiter fehlt sie bei sehr viel prekär Arbeitenden, insbesondere in den Bereichen Werbung und Medien. Solche Arbeitsnehmende (oft mit sehr geringen Einkommen) sowie viele Selbständigerwerbende müssen ihre Weiterbildung selbst berappen. Die ungedeckten Aufwendungen können bald mal einen fünfstelligen Betrag ausmachen, wenn die Weiterbildung arbeitsmarktrelevant sein soll.

Höhere Berufsbildung: Ehre wem Ehre gebührt!

Hans-Ulrich Bigler hat sich durchgesetzt: Die Höhere Berufsbildung wird finanziell gestärkt.

Seit NR H.-U. Bigler den Schweizerischen Gewerbeverband leitet (und erst seit diesem Zeitpunkt) hat sich der sgv mit Entschiedenheit für die Stärkung der Höheren Berufsbildung eingesetzt. Nun hat dieses Engagement Früchte getragen. In der Botschaft des Bundesrates für die Aufwendungen für Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2017 bis 2020 sind erstmals Beiträge «an Absolvierende von Vorbereitungskursen auf eidg. Prüfungen» vorgesehen, zusätzlich zu den 2017 massiv erhöhten Beiträge an die Durchführung dieser Prüfungen, 136 Mio. für die Prüfungen, verteilt auf 2017-2020 und 365 Mio. für die Jahre 2018-2020. Diese Stärkung der Höheren Berufsbildung ist nun vom Parlament akzeptiert worden.  Ja, es hat sogar eine Erhöhung der Mittel für die (gesamte) Berufsbildung um 100 Mio. beschlossen, neben einer weiteren Aufstockung für die Hochschulen (einschl. ETH) von 260 Mio., entsprechend 25 Mio. bzw. 65 Mio. / Jahr.

Wie sieht das im Zusammenhang aus?
Von den Aufwendungen für die Bildung des der öffentlichen Hand erhielt die Höhere Berufsbildung 2013 339 Mio. Fr entsprechend 1.0% des Aufwandes. Die Hochschulen – mit etwa gleich viel Absolventen wie die Höhere Berufsbildung – erhielten 7’626 Mio entsprechend 21.6%. Details vgl. Wettstein, Schmid Gonon: Berufsbildung in der Schweiz, 2014, S. 148). Sofern sich bei den Kantonen nichts ändert dürften den Hochschulen ab 2017 pro Jahr 350 Mio mehr und der Berufsbildung 65 Mio mehr zur Verfügung stehen. Immerhin eine merkbare Reduktion des Unterschieds …

Allerdings kann im Rahmen der jährlichen Budgetierung noch einiges ändern, denn es sind ja Sparbemühungen zu erwarten. Vergessen wir nicht: Das Parlament muss jedes Jahr das Budget des Bundeshaushaltes beschliessen und es wäre nicht das erste Mal, dass die im Voranschlag beschlossenen Kredite gekürzt werden, weil das Budget deren volle Ausschöpfung nicht zulässt.

Eine Differenz zwischen den beiden Räten ist noch zu genehmigen: Der Bundesrat schlägt vor, dass die Beiträge an die Vorbereitungskurse erst nach der Prüfung ausbezahlt werden, NR Martina Munz hat eine für die Teilnehmenden günstigere Lösung vorgeschlagen. Die Räte sind sich noch nicht einig, ob und wie sie umgesetzt werden soll.

Einflüsse der Rudolf Steiner-Pädagogik auf die Berufsbildung

Der Verlag Info3, der zu anthroposophischen Praxisfeldern publiziert, hat ein «Sonderheft Berufsbildung 2016» herausgegeben, was mich veranlasste mir wieder einmal zu überlegen, was ich über die Einflüsse der Pädagogik von Rudolf Steiner auf die Berufsbildung weiss.

Die Umsetzung dieser Pädagogik in den Rudolf Steiner-Schulen in der Schweiz bzw. den Waldorfschulen in Deutschland ist ja seit Jahrzehnten ein alternatives Bildungsmodelle mit einer beachtlichen Schülerzahl. Der Schwerpunkt liegt bei Primarstufe und Sekundarstufe I. Im 10.- 12. Schuljahr kann in verschiedenen Regionen der Schweiz die «Integrierte Mittelschule» besucht werden, deren Besuch an die Vorbereitung auf die Matura und den allgemeinbindenden Unterricht der Berufslehren (inkl. BM-Unterricht) angerechnet wird. (Kompass 2015) Die IMS bereitet auch auf gewisse Höhere Fachschulen vor und berufsorientierter Unterricht erleichtert den Übertritt, besonders in den Bereichen Gesundheit und Soziales, Landwirtschaft und Kunst. Zu einem Lehrabschluss führt die IMS aber nicht.
Im Unterschied dazu vermittelt die 1952 gegründete Hiberniaschule in Herne (Nordrhein-Westfalen) eine Doppelqualifikation, umfassend einen als gleichwertig anerkannten Berufsabschluss (Metall, Elektro, Schneiderei, Kinderpflege, Tischlerei) und eine Fachoberschulreife. Das eingangs erwähnte «Sonderheft» stellt zudem verschiedene Fachschulen vor, die zu beruflichen Abschlüssen aus Sekundarstufe II führen, meist in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Erziehung und Kunst. Auch Lehrstellen werden ausgeschrieben, zum Beispiel in der Landwirtschaft.

In Deutschland existiert auch eine Hochschule, die auf Tertiärstufe eine Berufsausbildung vermittelt und dabei anthroposophisches Gedankengut und entsprechende Lehrangebote einfliessen lässt. Es ist die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft bei Bonn mit den Fakultäten Kunst und Architektur sowie Human- und Gesellschaftswissenschaften. Zu letzterer gehören u.a. die Fachbereiche Wirtschaft (NZZ 21.8.08) und Bildungswissenschaften.

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts beeinflusste die anthroposophische Pädagogik zudem die berufliche Grundbildung in Unternehmen (Betriebslehren), von denen einzelne künstlerischen Unterricht in die Ausbildung der Lernenden einbezog, beispielsweise der heutige Technologiekonzern Voith GmbH, Heidenheim. Dies dürfte dazu beigetragen hat, dass der Deutsche Bildungsrat 1974 für die Berufsausbildung das «Studio» als vierten Lernort neben Betrieb, Schule und Lehrwerkstatt vorsah. Presseberichten ist zu entnehmen, dass es auch heute noch entsprechende Einflüsse gibt, doch hört man nicht mehr viel davon. Aus der Schweiz ist mir nur ein Versuch mit Schaffhauser Schreinern bekannt. (Bericht)

Von besonderer Bedeutung sind nach wie vor die Arbeiten des Berufspädagogen Michael Brater, der eine einschlägige Didaktik entwickelte, über das Verhältnis von Bildung und Arbeit nachdachte und bereits 1988 schrieb: «Man lernt nicht mehr Drehen, Fräsen usw., um es in der Arbeit direkt anwenden, sondern um mit diesem Wissen und Können etwas ganz anderes tun zu können. Hier bekommt die Berufsbildung durchaus Züge «formaler» Bildung, indem nicht mehr der Stoff als solcher wichtig ist, sondern mehr das, was an Fähigkeiten in der Aneignung bzw. der Auseinandersetzung mit dem Stoff gebildet wird.» und «Die alten pädagogischen Gegensätze von «Berufsausbildung» und «Allgemeinbildung» haben sich faktisch aufgehoben (auch wenn dies mancherorts noch nicht bemerkt wurde). Die Kernfrage der Berufsbildung lautet heute nicht mehr: Wie führt man in bestimmte Arbeitstechniken ein? – sondern: Wie legt man die Grundlage für selbständiges Handeln, für die Autonomie der Persönlichkeit?» (Berufsbildung und Persönlichkeitsentwicklung. Stuttgart 1988, S. 53 bzw. 56).

Prezi zu einer Didaktik der beruflichen Bildung

Andreas Sägesser arbeitet zusammen mit Kolleg/innen seit Jahren an einem Konzept zur Förderung des Kompetenzentwicklung von Berufslernenden, das dem Selbstlernen grosse Bedeutung zumisst. Unter dem Titel «KoRe Landschaft Didaktik der beruflichen Bildung 1» hat er dazu ein Prezi publiziert, umfassend grafische Darstellungen, Videos und kleine Vorträge, die seine Vorstellungen in einer neuen Form zugänglich machen.

Ich versuche seit einiger Zeit, den Arbeiten dieser Gruppe zu folgen, denn ich empfinde sie als sinnvolle Umsetzung des Kompetenz-Konzeptes. Die erwähnte Präsentation ist zudem die erste Anwendung von Prezi, der Alternative zu PowerPoint, die mich fasziniert. Prezi – so angewandt – kann wirklich eine Alternative der öden PowerPoint-Darstellungen sein!

Ich muss mich aufmachen, dieses Tool zu lernen …

Digitale Medien im Bildungswesen – seit 30 Jahren im Gespräch

Ein Aufsatz von Nando Stöcklin über die Veränderungen, die das Internet für die Schulen bringt, hat mich veranlasst, 30 Jahre zurück zu blicken auf die Zeit, als der Computer in die Schulen drängte, als erstmals über die Bedeutung des Programmierens diskutiert wurde, und 20 Jahre, als das Internet aktuell wurde.

Wir, die Befürworter dieser Entwicklungen, haben damals vom Einsatz der Computer und ein zweites Mal vom Internet im Unterricht sehr viel erwartet. Nicht nur neue Inhalte sondern vor allem der Durchbruch von Unterrichtsformen, wie wir sie damals als wünschbar betrachtet haben: mehr „Denkschulung“ (so hiess das damals), andere Unterrichtsformen, anderes Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden. Die Pessimisten ihrerseits sahen Kulturverlust, Überforderung, sinkende Qualität voraus.

Verändert hat sich nicht viel und wenn dann indirekt als Folge von Veränderungen, die die Informations- und Kommunikationstechnik in der Gesellschaft auslöste. So vermute ich, dass auch die neusten Entwicklungen der digitalen Medien im Bildungswesen nicht allzu viel ändern werden. Unter anderem weil eine Bedingung nicht erfüllt ist, die Nando Stöcklin nennt: „Das Potenzial des Internets lässt sich nur ausschöpfen, wenn möglichst viele Menschen kompetent damit umgehen können.“

Ich hatte in den letzten Monaten mit Verantwortungsträgern im Bildungswesen zu tun, die mir zeigten, dass IT-Kenntnisse, die über Office-Grundlagen und die Verwendung einiger Funktionen eines Browsers hinausgehen, kaum verbreitet sind. Deshalb fehlt die Basis für eine fundierte Reflexion der Chancen und Gefahren, der Möglichkeiten und Grenzen der IT.

Ich habe gelernt, dass eine neue Technik im Bildungswesen nicht viel verändert. Sie kann sowohl den Erhalt alter Formen des Unterrichts sichern (PowerPoint z.B.) als auch neue Formen begünstigen. In welcher Richtung es geht ist abhängig vom Umgang, den Lehrende und Lernende miteinander pflegen.

Wenn es zum Beispiel selbstverständlich wäre, dass Lehrende von ihren Lernenden lernen würden, wie man mit sozialen Medien umgeht, dann wäre wohl der von Stöcklin geforderte kompetente Umgang mit dem Internet rasch zu erreichen, denn die meisten Jugendlichen gehen schon heute durchaus kompetent mit digitalen Medien um.

Was kann man an Kompetenzen schlecht finden?

Seit Jahren schätze ich die Beiträge der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Gabi Reinmann, Professorin für Lehren und Lernen an der Universität der Bundeswehr München, und lese deshalb ihren Blog „E-Denkarium„. Sie erprobt mit grossem Einsatz immer wieder Neues , besonders auch in ihrem eigenen Unterricht. Sie ist zudem äusserst vorsichtig, wenn sie den Eindruck hat, dass zu viele ihrer Kolleg/innen einem neuen wissenschaftlichen ‚Hype‘ nachrennen.

Ein eben erschienener Beitrag behandelt die auch in der Schweizer Berufsbildung verfolgten Mode, Lehrpläne als Kompetenzen zu formulieren. Nachdem ich eben geholfen habe, auf dieser Basis eine Berufsprüfung zu konzipieren und dabei neben den Stärken auh die Schwächen dieses Ansatzes erlebe, nehme ich ihre Frage doppelt ernst und erlaube mir, aus ihrem Text zu zitieren:

„Beim Lesen von Beiträgen zum Kompetenzthema beschleicht mich trotzdem immer so ein zwiespältiges Gefühl. Es stören mich mehrere Dinge, ohne dass ich wirklich genau explizieren könnte, was es ist, das mich stört:

• Vielleicht stört mich der implizit in der „neuen“ Kompetenzorientierung steckende Vorwurf, vor der Kompetenzwelle hätte niemand Interesse am Handeln gehabt, was man so sicher nicht stehen lassen kann.
÷ Vielleicht stört mich aber auch die mit der Kompetenz- und Output-Orientierung verbundene (scheinbare oder tatsächliche?) Abwertung der Inhalte bzw. der Sache, mit der man sich in einem Studium beschäftigt bzw. beschäftigen sollte.
• Damit zusammenhängend stört mich vielleicht auch die sich bei mir einschleichende Befürchtung, dass man in einem „kompetenzorientierten Studium“ vor allem um sich selber kreist und sowohl Inhalte als auch andere Personen letztlich nur Mittel zum Zweck (welchen genau?) werden.
• Vielleicht stört mich darüber hinaus ein impliziter Widerspruch, nämlich der zwischen der Behauptung, dass nun alles Interesse an den Kompetenzen hafte, die als Dispositionen allerdings nicht direkt erkennbar sind, und der Forderung, alles Augenmerk plötzlich auf das sichtbare Verhalten zu lenken, das ja allenfalls ein Indikator für eine Kompetenz sein kann.“

Schule als Fabrik?

Der abtretende Direktor der Zurich International School, Peter Moll verglich in der NZZ vom 6. August 2012 das „heute praktizierte Schulmodell“ mit dem „aus dem 19. Jahrhundert stammende Fabrikmodell: Alles, was hinten rauskommt, muss gleich aussehen. Unterwegs wird die schlechte Ware von der guten getrennt, aber die Prozesse sind für alle gleich. Es gehört abgelöst. Die Technologie ermöglicht heute ein viel individuelleres Lernen und Lehren.“

Dazu konkretisiert er: „Intensiv unterhalten wir uns zurzeit über den «flipped classroom». Bisher war es üblich, dass der Unterricht in der Klasse stattfand. Danach ging man nach Hause und übte dort das Gelernte. Am nächsten Tag folgte der nächste Schritt. Der «flipped classroom» stellt dieses Paradigma auf den Kopf. Die Schüler holen sich den Inhalt nach Anleitung irgendwo selber ab, zum Beispiel im Web in der Khan Academy. In der Klasse wird dann der Inhalt vertieft. Was früher im stillen Kämmerchen geschah, wird jetzt zusammen mit dem Lehrer in Gruppen geübt. Das alte Modell bezweckt, möglichst viel Wissen anzuhäufen, um es in Prüfungen wiedergeben zu können. Wir wollen, dass die Schüler zwar über Wissen verfügen, aber damit etwas anzufangen wissen.“

Den Vergleich mit einer Fabrik scheint mir spannend. Allerdings ist dieses Modell relativ spät übernommen worden. Bis weit ins 20. Jh. hinein war manche Schule eher mit einem Handwerksbetrieb zu vergleichen, mindestens in der Volksschule und auf dem Land.

Das neue Modell, das er skizziert, ist allerdings nicht ganz so neu – oder höchstens für Gymnasien: Ähnliche Ansätze waren in den letzen Jahren unter dem Titel „blended learning“ im Gespräch. Ganz unbescheiden darf ich zudem darauf hinweisen, dass der genau gleiche Gedanke Basis des „Kombiunterrichts“ war, den wir bei der Gründung der „BBC-Technikerschule“ 1971 realisierten, vgl. hier und hier. Die Lernenden hatten anhand von Lehrmaterialen das Wissen zu erarbeiten, dass dann im Unterricht diskutiert und vertieft wurde. Wichtig ist, dass dazu didaktisch gut aufgebaute Lernmaterialien vorliegen.

Später wurden ähnliche Ansätze in Lehrwerkstätten von Unternehmen eingeführt, der sog. Leittextunterricht. Auch die Ansätze des „Schulunternehmers“ Peter Fratton seien erwähnt, die u.a. für Brückenjahre in Zug und Basel aber auch für die Ausbildung von Mediamatikern in Romanshorn wegweisend sind.

Damit will ich aber keineswegs die Idee Molls schlecht reden. Im Gegenteil, ich hoffe, dass sich diese Gedanken vermehrt durchsetzen – in Ansätzen geschieht dies bereits an vielen Schulen auf allen Stufen.

EQR, Ferialarbeit und Verwandtschaftsregeln

… sind einige Themen des „Bildungs-ABC“ des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft Wien. Sie geben in geraffter und gut verständlicher Weise Auskunft über manche Aspekte des Bildungssystems Österreichs, insbesondere über seine Berufsbildung. Lesenswert! Manche Beiträge betreffen EU-Bildungsrecht, andere zeigen neue Aspekte einer auch uns bekannten Thematik auf, beispielsweise der Beitrag „Lehrberufslandschaft“.

Bei den „Verwandtschaftsregeln“ geht es übrigens um die ‚Verwandtschaft‘ gewisser Berufe. Sie ermöglichen, einen zweiten, ‚verwandten‘ Beruf in kürzerer Zeit zu lernen – eine interessante Möglichkeit, die berufliche Mobilität zu fördern.

Ausbildende Betriebe: Hauptmotive

Warum bilden Betriebe aus?
In den letzten Jahren wurde stark die ökonomische Seite hervorgehoben: Für sehr viele Lehrbetriebe ‚rentiert‘ ihre Ausbildung kurz- oder längerfristig. Diese Aussagen basieren auf den Untersuchungen von Prof. St. Wolter und Mitarbeitenden. Andere Motive sind aber offenbar mindestens so wichtig, wie diese Forschergruppe bereits 2003 aufgezeigt hat: Gruende fuer Ausbildung.png

Diese Grafik wird wie folgt kommentiert:

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Giesskanne?

Der Kanton Waadt zahlt jedem und jeder Jugendlichen in der Berufsbildung monatlich 80 CHF. So bestimmt es das kantonale Berufsbildungsgesetz vom 9. Juni 2009 Art. 14: Les prestataires de la formation à la pratique professionnelle versent un montant forfaitaire annuel de remboursement des
frais professionnels de 960 frs.“
Aber auch die Betriebe kommen nicht zu kurz: 1139 Firmen schufen in der Waadt 2009 eine neue Lehrstelle und erhielten deshalb 5000 CHF aus dem kantonalen Fonds zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Weitere 1551 erhielten immerhin 500 CHF, weil sie eine frei gewordene Lehrstelle wieder besetzten.

Die gesetzlichen Regelungen zur Berufsbildung der Kantone findet man übrigens sehr bequem über einen Link auf der SBBK-Website.

Berufsbilder als Videocast

Das Schweizer Fernsehen (SF 1) bietet aus seiner Reihe „Berufsbilder aus der Schweiz“ über 50 Berufsinfofilme im Podcast Format zum Download an. Neue Filme werden wenige Tage nach der Ausstrahlung online gestellt. Ergänzt werden die Filmdownloads durch Arbeitsmaterialien und didaktische Anregungen für den Unterricht.
Damit ermöglicht das Schweizer Fernsehen einen breiten Zugang zu diesen hervorragend gestalteten Filmen.
Uebersicht: http://www.sf.tv/sendungen/myschool/listen/list_miniclips.php
Hintergrundinfo: http://www.sf.tv/webtool/data/pdf/schultvkiosk/uebersicht_podcast_statt_sai_091215.pdf

Quelle: NEWSletter Berufsinformation Wien (!)

Prognosen

1990 wurde an der ETH Zürich diskutiert, ob man für die Studierenden E-Mail-Konti einrichten sollte. Die Mehrheit der Informatik-Professoren waren der Meinung, Studierende brauchten kein E-Mail, der Vorschlag bedeute herausgeworfenes Geld.
Dies erfährt man in der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Walter Gander, Lehrstuhl für wissenschaftliches Rechnen.

Ich habe mich gefragt, welcher Vorschlag heute wohl ähnlich beantwortet würde: Gib jedem Kind bei Eintritt in die Schule ein iPad mit (wie früher mal eine Schiefertafel) und unterrichte Handschrift als Teil des Handarbeitsunterrichts.
(Ich selbst würde diesen Vorschlag sofort unterstützen).

Zurück zur erwähnten Vorlesung. Gander zitiert merhmals Keller und Gotthelf, letzteren mit einem Abschnitt aus den „Freuden und Leiden eines Schulmeisters“: „Als einst der Herr Pfarrer an einem Schulexamen uns eine Addition aufgeben wollte, sagte der Schulmeister: Verzeit wohlwürdiger Herr Pfarrer, seligs hämmer gar lang nid grechnet, sie köis ghum me, mir sy jetzt bim Dividieren.“

FIS Bildung Literaturdatenbank – ein umfassendes Portal

Die FIS Bildung Literaturdatenbank enthält über 700’000 Literaturnachweise zu allen Bereichen des Bildungswesens und wird vom Fachinformationssystem (FIS) Bildung erstellt, einem Verbund von rund 30 Dokumentationseinrichtungen. Sie erfasst auch gewisse Einträge von IDES, des Informations- und Dokumentationszentrum der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK).
www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/fis_form.html

E-Learning boomt – aber nicht so wie erwartet

Den ersten Computer gestützten Unterricht habe ich anfangs der 70-er Jahre erlebt. Es waren einfache Tutorials, nach Behavioristischen Grundsätzen aufgebauter „Programmierter Unterricht.“ Auf unsere Bestellung hin erhielten wir einschlägige Programme aus den USA auf einem grossen Magnetband, das das Rechenzentrum der Universität Zürich auf einem Grossrechner installierte. Wir konnten mit Terminals – umgebauten Kugelkopf-Schreibmaschinen -darauf zugreifen.
Inzwischen arbeiten hunderte von Wissenschaftlern an Möglichkeiten, Lernprozesse mit elektronischen Mitteln zu optimieren, wobei elaborierte didaktische Konzepte zur Anwendung gelangen – das Rennen scheint aber vorläufig eine uralte Form von Unterricht zu machen: die Vorlesung.

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Deutschland: Nettokosten von 3600 Euro/Auszubildender

„Den Betrieben in Deutschland entstehen für einen Auszubildenden pro Ausbildungsjahr im Jahr 2007 durchschnittlich 15.288 Euro Bruttokosten. Dem stehen Erträge aus den produktiven Leistungen der Auszubildenden von 11.692 Euro gegenüber.
Es ergeben sich also Nettokosten von 3.596 Euro, die ein ausbildender Betrieb im Durchschnitt pro Jahr und pro Auszubildenden aufbringt.“

Dies ist eine der zentralen Aussagen des BIBB-Reports 8/09, der die neusten Ergebenisse der Kosten-Nutzen-Untersuchungen zur Berufsbildung Deutschlands wiedergibt. Download: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a12_bibbreport_2009_08.pdf

700 Unterrichtsmaterialien zum Globalen Lernen

Soeben ist der neue, kostenlose Materialkatalog 2009/2010 der Stiftung Bildung und Entwicklung erschienen: Er enthält das kommentierte Gesamtangebot an Unterrichtsmaterialien zum Globalen Lernen, welches bei der Stiftung gekauft oder ausgeliehen werden kann – dies sind über 700 Lernmedien, Lehrerdossiers, Filme und DVDs, Spiele und Themenkoffer. Sämtliche Medien wurden aufgrund von Qualitätskriterien ausgewählt und werden für den Unterricht empfohlen.

Bestellung: Stiftung Bildung und Entwicklung, Regionalstelle der deutschen Schweiz Bern, Monbijoustrasse 29, 3011 Bern. Tel. 031 389 20 21; verkauf@globaleducation.ch
(Medienmitteilung 19.8.09)

www.Buchen.ch als Buch im compedio-Verlag

Die website www.buchen.ch ist eine kostenlose und lehrmittelunabhängige Lernsoftware für die Kaufmännische Grundbildung. Das Angebot richtet sich an Lernende und Lehrende im Bereich KV, Berufsmittelschule, Gymnasium, Grundstudium Universität, Fachhochschule und Erwachsenenbildung. Aufgrund der Beliebtheit der Website berichtete berichtete im März 2009 die Gratiszeitschrift 20 Minuten über www.buchen.ch. Im Mai 2009 erschien www.buchen.ch als Buch im compendio-Verlag. Die Website verfügt auch über weitere prominente Bildungsparter: Educa.ch, KV Schweiz, Hotel.ch und dem VSH.

(31.08.09)

„KlasseDozent“ seit 01.01.2009 kostenlos

„KlasseDozent“ ist eine Freeware, die Lehrer/innen und Dozent/innen aus der Schweiz bei der Verwaltung ihrer Aufgabensammlung und beim Erstellen von Klausuren, Übungsblättern, Kursunterlagen und Scripten hilft. Die seit dem 01.01.2009 kostenlos download-bare Standardversion unterscheidet sich inhaltlich nicht von der kostenpflichtigen Premium-Version, bei der ein Support gewährleistet ist.

Link: http://www.klassedozent.de

(31.08.09)

SwissEduc – Unterrichtsmaterialien im Umfeld der Sekundarstufe

Swisseduc ist ein nichtkommerzielles, webbasiertes und kostenloses Angebot von erprobten Unterrichtsmaterialien für verschiedene Fächer, von Lehrpersonen für Lehrpersonen. Die Qualität der angebotenen Materialien und Informationen steht im Vordergrund.

Verschiedene Beiträge auf SwissEduc wurden in den letzten Jahren ausgezeichnet. So erhielten Angebote im Fachbereich Chemie zweimal den Education-Ehrenpreis des European Chemical Industry Council. Die Vulkanseiten Stromboli online oder die Readinglist im Fachbereich Englisch gehören international in ihren Bereichen zu den Top-Websites.

SwissEduc richtet sich an Schulen ab der Sekundarstufe: Gymnasien, Berufsschulen, Technikerschulen und andere Schulen. Das Angebot umfasst didaktisch aufbereite Unterrichtsmaterialien und Hintergrundinformationen aller Art sowie Veranstaltungshinweise, Seiten von Fachverbänden und Literaturhinweise. Viele Inhalte werden sowohl im Orginal-Format (zum Beispiel Office-Dokumente) als auch als PDF für den Druck angeboten.

Die interaktiven Unterrichtseinheiten umfassen neben Begleitmaterialien auch kleine Lernumgebungen (Applets, herunterladbare Programme). Die Lernumgebungen erlauben es den Lernenden selber kleine Entdeckungen zu machen, Vermutungen zu überprüfen und das Thema zu vertiefen.

Link: http://www.swisseduc.ch

(31.08.09)