Prezi zu einer Didaktik der beruflichen Bildung

Andreas Sägesser arbeitet zusammen mit Kolleg/innen seit Jahren an einem Konzept zur Förderung des Kompetenzentwicklung von Berufslernenden, das dem Selbstlernen grosse Bedeutung zumisst. Unter dem Titel «KoRe Landschaft Didaktik der beruflichen Bildung 1» hat er dazu ein Prezi publiziert, umfassend grafische Darstellungen, Videos und kleine Vorträge, die seine Vorstellungen in einer neuen Form zugänglich machen.

Ich versuche seit einiger Zeit, den Arbeiten dieser Gruppe zu folgen, denn ich empfinde sie als sinnvolle Umsetzung des Kompetenz-Konzeptes. Die erwähnte Präsentation ist zudem die erste Anwendung von Prezi, der Alternative zu PowerPoint, die mich fasziniert. Prezi – so angewandt – kann wirklich eine Alternative der öden PowerPoint-Darstellungen sein!

Ich muss mich aufmachen, dieses Tool zu lernen …

Förderung von Leistungsstarken in Deutschland: AusbildungPlus

Die „Duale Berufsausbildung mit Zusatzqualifikationen“ soll die Berufslehren für leistungsstarke Lernende attraktiver machen. Herzstück ist die Datenbank „AusbildungPlus“ des BIBB – beruhend auf freiwilligen Anbieterangaben. 2013 waren in der Datenbank rund 2.300 Zusatzqualifikationen mit insgesamt rund 85.000 teilnehmenden Auszubildenden verzeichnet. Zusatzqualifikationen richten sich an Jugendliche, die ihre duale Berufsausbildung durch Inhalte ergänzen möchten, die über die Mindestanforderungen der Ausbildungsordnung hinausgehen oder branchenspezifische Qualifikationen abdecken, zum Beispiel „Fachberater/-in für den fairen Handel“ (Dauer: 120 Stunden) für angehende Einzelhandelskaufleute und Verkäufer/-innen oder „Betriebsassistent/-in im Handwerk“ (500 Stunden) für Handwerker.

Bill Gates hofft auf Feedback-System für Lehrpersonen

Ich habe ja meine Vorbehalte gegenüber der Übernahme von Forschungsmethoden in Sozial-, Erziehungs- und Wirtschaftswissenschaften, die seinerzeit den Naturwissenschaften und der Technik zum grossen Durchbruch verhalfen. Wenn nun Bill Gates in seinem „Jahresbrief 2013“ berichtet, genauere Messmethoden hätten den Durchbruch der Dampfmaschinen und damit der Industrialisierung gebracht, so finde ich dies zwar interessant. Mir kommen jedoch Bedenken, wenn er darauf aufbauend hofft, dank besseren Messmethoden die grossen Ziele zu erreichen, die er mit seiner Stiftung anstrebt: Bessere Gesundheit, mehr Bildung, weniger Armut usw.

Was er dann aber schreibt ist eindrücklich. Mir wird wieder bewusst, dass ja in der Technik Messungen immer als Teil eines Regelkreises betrachtet werden, also als Möglichkeit einem System Feedback zu vermitteln. Wenn er von Messen spricht, dann denkt er an dessen Einsatz im Rahmen von Feedback für ein gesellschaftliches Subsystem.

Hier interessiert mich natürlich vor allem der Bericht über seine aufwendig entwickelte und in Colorado eingeführte Form des Lehrpersonen-Feedbacks. Sie habe – so berichtet er im „Jahresbrief“, zu deutlich besseren Leistungen in der High School geführt. Sie werde von der Lehrerschaft breit akzptiert und fördere auch Gegenstände wie Musik und Kunst, nicht nur die klassischen „Hauptfächer“ wie Pisa, Stellwerk etc.

Der Informatiker Gates und seine Leute haben offenbar den Weitblick, Messen weiter aufzufassen, weit über das Zählen von „objektiv erfassbarer“ Eigenschaften hinaus. Sie scheinen u.a. eine Feedback-Methode für Unterricht entwickelt zu haben, die zu einer echten Verbesserung eines Schulsystems geführt hat.

… schreibt Bill Gates.

Weiss jemand mehr über dieses Feedback-System? Und seiner Aufnahme an den Schulen? Mich würde es sehr interessieren!

Unternehmergeist in der Berufsbildung

Die Stiftung Enterprise führt seit 2006 unter dem Titel EnterPrize Wettbewerbe durch, bei denen „Unternehmergeist in der Berufsibldung“ ausgezeichnet wird. Nun ist eine Liste der bisherigen Preisträger erschienen, von der auch Dokumentationen heruntergeladen werden können, die die bisherigen Preisträger kurz darstellen.
Nebenbei: In der Zeitschrift PANORAMA gibt es ausführlichere Darstellungen der Priesträger 2006 und 2008.

Hier die Namen der Finalisten:

2006:
Berufswahlplattform Kanton Solothurn (Gewinner)
Creative Solutions, Winterthur
Lernfoyer, Zürich

2008:
Login, Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs (Gewinner)
Haus der Farbe, Zürich
Leseförderung an Berufsfachschulen
Caroline Hüte & Mützen, Luzern
Laufbahn-Coaching, BerufsBildungBaden

2010:
Overall Lehrverbund, Basel (Gewinner)
Bühler AG, Uzwil
Crescenda, Gründungszentrum für Migrantinnen, Basel
Schulisches Brückenangebot Kanton Zug
Bildungsregion Zentralschweiz

Wissen ist in der Wissensgesellschaft zum Unwort geworden.

Ich habe heute morgen einen anregenden Betrag aus dem Podcast „SWR2 Aula“ mit Paul Liessmann gehört, in dem aufzeigte, dass „Wissen in der Wissensgesellschaft wenig gilt“, u.a. weil es fälschlicherweise mit Information und Information mit der Archivierung von Daten Verwechselt wird.
So kreisen denn heute Lehrpläne um „Kompetenzen“, „Workloads“ und „Soft Skills“. Von „Bildung“ ist sowieso nicht mehr die Rede. Vielleicht zu Recht, versteht man doch unter diesem Begriff nicht mehr die Möglichkeit, den Menschen „aus der Unmündigkeit in die Autonomie zu leiten“, sondern ein Überlebenstraining für die einen und das zentrale Mittel für den „erbitterten Kampf um Chancen und Einkommen“ für die anderen.
Liessmann kommt dann zu den andernorts auch publizierten Unterscheidungen von verschiedenen und in unserer Zeit unterschiedlich wertvollen Formen von Wissen und der Möglichkeit, diese zu definieren, zu erwerben und nachzuweisen. Seine Warnung vor dem Versuch, das wirklich wichtige Wissen als Kompetenzen zu definieren, die man in Test erfassen und in Bildungsstandards beschreiben kann – dies ist im Auge zu behalten scheint mir wichtig, wenn auch heute ein Kampf mit der Windmühle!

Praktischer Unterricht als zentraler Inhalt städtischer Berufsschulen im ersten Drittel des 20. Jh.

Nachdem 1884 der Bund die Subventionierung von „gewerblichen Fortbildungsschulen“ beschlossen hatte, entstanden vielerorts neue Berufsschulen, wobei sich zwei unterschiedliche Typen abzeichneten:
• In ländlichen Regionen waren es kleine Schulen, die oft in Schulhäusern der Volksschule untergebracht waren, und in denen fast ausschliesslich nebenamtlich tätige Lehrer unterrichteten. Der Unterricht umfasste ein stark am Fachzeichnen orientierte Berufskunde und dem üblichen Programm der allgemeinen Fortbildungsschule: Deutsch, Rechnen und Staatskunde.
• In einigen grösseren Städten entwickelten sich hingegen eigenständige Schulen mit eigenem Lehrkörper und einem umfangreichen Unterrichtsprogramm, das neben theoretischen Fächern auch praktischen Unterricht umfasste, vergleichbar mit dem Inhalt der heutigen „überbetrieblichen Kurse“.
Als 1933 das erste Berufsbildungsgesetz in Kraft trat, entschied der Bund, der praktische Unterricht gehöre nicht an die Berufsschulen, statt dessen sei der „geschäftskundliche Unterricht“ zu pflegen. Dies führte zu grundlegenden Veränderungen bei den städtischen Schulen.
„Praktischer Unterricht als zentraler Inhalt städtischer Berufsschulen im ersten Drittel des 20. Jh.“ weiterlesen

Kaufmännische Ausbildung: Kooperation der fünf grössten Schulen

Fünf grosse kaufmännische Berufsschulen aus den Kantonen Aarau, Basel, Bern, Luzern und Zürich haben zusammen mit dem KV Schweiz den Verein “ KV Bildungsgruppe Schweiz “ gegründet, eine gemeinsame Plattform mit rund 1000 Bildungsgängen im Bereich Aus- und Weiterbildung.
(PANORAMA.aktuell 25.8.2009)

Berufsfachschulen im Kanton Bern: Die Qualität sichern – trotz Schülerrückgang

Die Erziehungsdirektion des Kantons Bern will die Ausbildungsstandorte in der Berufsbildung für 15 Berufe reduzieren. Dafür sollen an den einzelnen Standorten pro Beruf mindestens zwei Klassen geführt werden. So ist die Bildungsqualität auch bei sinkenden Schülerzahlen sichergestellt.
Pressemitteilung: http://www.edudoc.ch/record/6602da.pdf oder
http://www.be.ch/web/kanton-mediencenter-mm-detail.htm?id=8814
Detailinfo: http://www.edudoc.ch/record/6602db.pdf
(30.7.2009)

Deutschland: Modellversuchs-Datenbank für berufliche Schulen

Berufsschulische Modellversuche im Rahmen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung sind ein anerkanntes Innovationsinstrument im Bereich der Beruflichen Bildung und korrespondieren in ihrer thematischen Ausrichtung in hohem Maße mit den Herausforderungen der Berufsbildungspolitik sowie den aktuellen Arbeitsfeldern der schulischen Praxis. Deshalb fördern Bund und Länder gemeinsam – seit 1998 im Rahmen sog. Modellversuchsprogramme – entsprechende Vorhaben in jeweils aktuellen und zukunftsweisenden Themenfeldern. „Deutschland: Modellversuchs-Datenbank für berufliche Schulen“ weiterlesen

Nachqualifikation von Lehrpersonen: Franz Winniger zum Projektverantwortlichen bestimmt

Das Projekt von BBT und SBBK zur Nachqualifikation von Lehrpersonen wurde in PANORAMA.aktuell 2009-12 vorgestellt. Die SBBK hat kürzlich Franz Winniger zum Projektleiter ernannt. Er hat früher das Berufsbildungsamt des Kantons Solothurn geleitet. Seit 2008 ist er unabhängiger Berater und unterrichtet in einem Teilzeitpensum. Die Umfrage bei den Schulen wird im September und Oktober 2009 durchgeführt (vergl. Brief vom 1. Juli 2009 an die Kantone)
(PANORAMA.aktuell 7.7.2009)

Wettbewerb: Lernende entdecken Energiesparmöglichkeiten

Über 750 Lernende aus 25 Berufsfachschulen, Betrieben und Ausbildungszentren haben im Schuljahr 2008/09 am Projekt Klimawerkstatt von myclimate (vgl. Panorama.aktuell 2009-07 ) teilgenommen. Am 19. Juni wurden die vier Siegerprojekte (in den Kategorien Energie, Erfinder, Sensibilisierung und Planung) von der Jury geehrt und der Öffentlichkeit vorgestellt.
Medienmitteilung
(PANORAMA.aktuell 7.7.2009)

Fachhochschule Ostschweiz: Albin Reichlin zum neuen Direktor gewählt

Albin Reichlin leitet seit 1. Mai 2009 die Fachhochschule Ostschweiz. In Berufsbildungskreisen ist er bekannt als bisheriger Leiter des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uzwil und ehemaliger Präsident der Schweizerischen Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen. Medienmitteilung
(PANORAMA.aktuell 23.6.2009)

Wie man besser lehrt und lernt: Interview mit der Leitung des Leading Houses „Qualität der beruflichen Bildung“

Wie kann die Qualität des Lehrens und Lernens an Berufsfachschulen und in den Betrieben verbessert werden? Das ist die zentrale Frage für das Leading House „Qualität der beruflichen Bildung“. Fritz Oser, Sarah Heinzer (Universität Freiburg) und Romaine Schnyder (EHB Lausanne) erläutern im Interview mit PANORAMA.aktuell, wie sie vorgehen, um Antworten zu finden. „Wie man besser lehrt und lernt: Interview mit der Leitung des Leading Houses „Qualität der beruflichen Bildung““ weiterlesen

Merkblätter: Anforderungen an Bildungsverantwortliche

Das BBT hat diverse Merkblätter leicht revidiert, welche die Anforderungen zur fachlichen Qualifikation einer Reihe von Berufsbildungsverantwortlichen erläutern. Diese Merkblätter betreffen namentlich folgende Personengruppen:
– Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in Lehrbetrieben
– Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in überbetrieblichen Kursen
– Lehrpersonen für die schulische Grundbildung (Berufskunde)
– Lehrpersonen für die schulische Grundbildung (Allgemeinbildung)
– Lehrpersonen für die höhere Fachschulen
Download
(PANORAMA.aktuell 28.4.2009)

Integration: Förderung von Projekten an Berufsfachschulen

Die Schweizerische Direktorinnen- und Direktorenkonferenz der Berufsfachschulen (SDK) fördert im Auftrag der Hirschmann-Stiftung Integrationsprojekte an Berufsfachschulen (inkl. Brückenangebote), vgl. PANORAMA.aktuell 2009-01. Projekte können mit einzelnen Klassen oder mit der ganzen Schule durchgeführt werden; wichtig ist, dass sie integrative Wirkung versprechen. Anträge für das 1. Quartal sind bis spätestens 30. März 2009 an maja.zehnder@integration-berufsfachschulen.ch zu senden.
(PANORAMA.aktuell 17.3.2009)

Fachmittelschule: Schülerinnen besuchen Fachunterricht an einer Berufsfachschule

Wer eine Fachmittelschule besucht, muss sich im ersten Jahr der Ausbildung für ein Berufsfeld (Gesundheit, Soziales, Erziehung, Musik, Gestalten) entscheiden. Im Kanton St. Gallen besuchen nun 38 Fachmittelschülerinnen (Gesundheit) eineinhalb Tage pro Woche das Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe BZGS in St. Gallen, wo sie auf das von ihnen gewählte „Berufsfeld Gesundheit“ vorbereitet werden. Das Fachwissen wird ihnen teilweise von gleichaltrigen Berufslernenden vermittelt.
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(PANORAMA.aktuell 14.4.2009)

Klimawerkstatt: Lernende entwickeln Klimaschutzprojekte

Über 750 Lernende aus 25 Klassen nehmen an der zweiten Auflage der Klimawerkstatt , einem Bildungsprojekt von myclimate, teil. Ziel ist es, in den eigenen Betrieben, an der Schule oder im Alltag Energiesparpotenziale zu entdecken und zu verwirklichen, schreibt myclimate in einer Medienmitteilung . Alleine oder in Teams erfinden die Lernenden aus vorwiegend technischen Berufen neue Produkte, realisieren Projekte oder überdenken bestehende Arbeitsprozesse. Im Juni werden die zwölf innovativsten und sparsamsten Energie-Projekte von einer Fachjury prämiert und ausgezeichnet.
(PANORAMA.aktuell 31.3.2009)