Überblick über die Ausbildungsberufe Deutschlands? Ein Lexikon mit 553 Seiten gibt Auskunft.

Interessieren Sie die beruflichen Grundbildungen (Ausbildungsmöglichkeiten) in Deutschland?

BERUF AKTUELL, ein Lexikon erklärt zuerst die Unterschiede zwischen Ausbildungsberuf (mit und ohne Fachrichtungen oder Schwerpunkten), Berufsfachschulberuf und Beamtenausbildung. Dann werden u.a. Fortsetzungsmöglichkeiten und Anrechnungsmöglichkeiten erklärt. Nach Angaben über Dauer, Ausbildungsvergütungen und anderes mehr folgt eine Berufsübersicht, eingeteilt nach Berufsfeldern, und im Hauptteil eine Beschreibung all dieser Ausbildungsmöglichkeiten.

Wem das noch nicht genügt: www.arbeitsagentur.de > BERUFSNET gibt über weitere Details Auskunft.

Lehre und Gymi

Seit einiger Zeit finden auf Initiative des MBA Zürich Veranstaltungen für Eltern statt, bei denen es um den Entscheid geht, ob ihr Sohn, ihre Tochter eher in eine Berufslehre oder ein Gymnasium eintreten sollten. Während mehreren Jahren habe ich jeweils im Auftrag des Zürcher MBA das Impulsreferat gehalten. Nun wurde anhand des Inhalts dieser Referate ein 12 Minuten dauerndes Video erstellt, das in professioneller Weise diese Thematik darstellt. Es soll in erster Linie im Rahmen von Veranstaltungen zur Berufswahl eingesetzt werden.

Für mich ein äusserst erfreulicher Abschluss dieses Einsatzes!

Berufe von morgen (1968)

Es ist wohl eine Alterserscheinung: ich glaube nicht mehr so recht an Zukunftsprognosen. Eine Altererscheinung, verursacht durch all die falschen Prognosen, die ich im Laufe der Jahre gelesen habe. Manche betrafen die ach so verständliche Frage nach den ‚Berufen von morgen‘ So verständlich vor allem aus Sicht der Eltern, die das beste für ihre Kinder wollen, wenn es um deren Berufswahl geht.

So ist es denn nicht erstaunlich, dass 1968 der erfolgreiche und renomierte Econ-Verlag ein Buch von C.V. Rock unter dem Titel „Berufe von morgen“ als „eines der aufregendsten Sachbücher unserer Zeit“ ankündete.

Der Autor entwarf zuerst das „Bild der Welt von morgen“, denn „Neue Entwicklungen haben Einfluss auf Berufe.“ 1968 erwartete man laut C. V. Rock:

  • Bis 1980 haben wir eine zuverlässige Wettervorhersage – keine Missernten mehr
  • Ab 1990 können wir von jedem Punkt der Erde die automatischen Zentralbibliotheken verwenden
  • Ab 1990 kennen wir nur noch die automatische Zollabfertigung – wohin mit den Beamten?
  • Ab 1990 können wir uns synthetisch ernähren
  • Ab 2000 besitzen wir ausreichende Meeresgrundfarmen
  • Ab 2000 beherrschen die Lehrautomaten den Unterricht – Lehrer nur noch Aufsichtspersonen
  • Ab 2010 können wir das menschliche Alter chemisch kontrollieren – Unsterblichkeit?
  • Ab 2020 erreichen wir das allgemeine Existenzminimum für alle auf der Erde Lebenden – Paradies?
  • Ab 2020 besitzen wir dank der Automaten eine Weltsprache

Auszug aus der Liste S. 81f im ‚Originalton’.

Im Buch werden dann Berufe aufgezählt, die dank der Veränderungen der Arbeitswelt um die Jahrtausendwende besonders gute „Berufsaussichten“ haben. Hier ein Auszug:

  • Bearbeiten von Stoffen: Betonwerker / Modellschlosser / Werkzeugmacher
  • Montieren und Zusammenbauen: Feinmechaniker / Ingenieure (versch. Fachrichtungen) / Kunststoffschlosser / Stahlbauschlosser /
  • Gestalten, Formen, Schmücken: Graveur, Keramikingenieur, Zahntechniker
  • Maschinen-Bedienung: Gefrierverfahren-Techniker / Strickeinrichter / Tiefbohrer /
  • Untersuchen und Messen: Biologielaborant / Ozeanograph / Physiklaborant /
  • Entwerfen: Schilder- und Lichtreklamen-Hersteller
  • Züchten und Hegen: Diplomlandwirt / Pflanzenschutz-Techniker / Fischzüchter / Zuchtwart
  • Planen, Verwalten, Werben: Exportkaufmann / Hotelkaufmann / Werbegrafiker / Wirtschaftsjurist
  • Bedienen und Beraten: Beamter der Arbeitsämter / Datenverarbeiter / Friseur
  • Unterstützen: Arzthelferin / Rechtsanwalt / Beamte im höheren Dienst
  • Überwachen und Sichern: Beamter im Dienst der Bundeswehr / Seefunker
  • Pflegen und Betreuen: Hauswirtschaftsgehilfin / Steward / Wirtschafterin / Lehrer / Psychiater

Hier ein PDF dieser beiden Auszüge.

Handwerk nicht weniger hoch gewichtet als Wissenschaft

„Die Kunst (und man könnte anfügen: das Handwerk) als Feld, wo es um die Meisterschaft, um die ständige Verbesserung geht, sollte nicht weniger hoch gewichtet werden als die Resultate der Wissenachaft. Diese schaffen zwar die Voraussetzungen für Innovationen. Aber ohne Stil, ohnen Schönheit, ohne Kultur entstehen keine Dinge, welche die Welt verändern.“ schreibt der Soziologie Thomas Held unter dem Titel „Steve Jobs konnte Kalligrafie“ im TAM 42/2011.

Schön, das er Handwerk so hoch einschätzt. Ich kann ihm nur beipflichten, wobei noch zu bemerken wäre, dass bei beiden grosse Qualitätsunterschiede bestehen, sowohl beim Handwerk wie auch bei der Wissenschaft. Mit dem Unterschied, dass bei den Handwerker/innen der wirtschaftliche Druch rasch entscheidet, was meisterhaft ist, alles andere wird durch industriell Produziertes ersetzt.

Bemerkenswert übrigens auch Helds Übersetzung des Schlussteils der bekannten Rede von Jobs, gehalten 2005 vor Harvard-Absaolventen, Jobs „Aufforderung, die Zeit zu nutzen, eine Arbeit zu finden, die man wirklich liebt, und immer hungrig und ein bisschen verrückt zu sein.“

Erschien 1268 die erste Berufsklassifikation?

1268 hat Étienne Boileau, Präfekt von Paris, eine Berufsliste erstellt und dabei eine Klassifikation der Berufe in sechs Gruppen vorgenommen:
– Nahrungsmittel
– Goldschmiedarbeiten, Schmuck, Skulpturen
– Metalle
– Stoffe und Kleider
– Fell und Leder
– Bauwesen und verschiedene Berufe

Ob das wohl die älteste Berufsklassifikation ist?
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Berliner Realschule mit interessantem Konzept – Vorbild für die Schweiz?

Der Präsident der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur, Lieni Füglistaller, SVP Aargau, lobte kürzlich in einer Radio-Diskussion eine Berliner Realschule: Sie garantiere jeder/jedem Schüler/in einen Ausbildungplatz.

Es handelt sich um die Georg-Weerth-Oberschule, eine „integrierte Sekundarschule“ in Berlin Kreuzberg (Friedrichshain). Die Schule wirbt auf ihrer Website mit dem Slogan „per Mausklick in die Wirtschaft“. Wie der Slogan zeigt, hat die IKT eine grosse Bedeutung als Unterrichtsmittel und -inhalt, weiter wird u.a. Spanisch als Wahlpflichtfach und Berufswahlunterricht von der 7. bis zum 10. Schuljahr angeboten.

Gemäss Schulprofil ist es „Ziel“ (nicht Verpflichtung Wt) der Schule, „jedem Schüler nach erfolgreichem Abschluss der 10. Klassenstufe (! wt) einen Ausbildungplatz oder einen Platz an einer weiterführenden Schule zu vermitteln.“

Die Schule weist interessante Charakteristiken auf – aber stellt sie wirklich ein Vorbild für Schweizer Schulen der Sekundarstufe I dar?

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… und in Deutschland voll im Trend

Nicht nur die NZZ berichtet von dualen Hochschulstudien – gemäss dem Deutschen „Handelsblatt“ liegen solche Modelle voll im Trend, bei Firmen, bei Hochschulen und vor allem bei Abiturient/innen. „Als Duales Studium wird ein Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit integrierter Berufsausbildung bzw. Praxisphasen in einem Unternehmen bezeichnet,“ wird auf der Website „AusbildungPlus“ definiert, die sich an ratsuchende Abiturient/innen wendet. „… und in Deutschland voll im Trend“ weiterlesen

«Der einzig wahre Realist ist der Visionär.»

Mit diesem Satz von Federico Fellini beginnt Armand Pirovino, erfahrener Berufsberater in Pfäffikon SZ, einen Bericht über die Träume von Jugendlichen, die ihnen Kraft geben können, Unmögliches möglich zu machen.

Ein berührender Text, der auch uns abgeklärten Erwachsenen Kraft geben kann, erschienen in der Zeitschrift „Schritte ins Offene„, Ausgabe Oktober 2010.

“Jeder wechselt fünf Mal im Leben seinen Beruf”

Diese viel zitierte Aussage, die aus den USA stammt, hat mich schon lange zum Widerspruch gereizt, vgl. meine Zusammenfassung einer Untersuchung des IBA, wonach nur 7 Prozent der in Deutschland Tätigen mehrere Berufswechsel hinter sich haben. Eben stiess ich auf eine neue Arbeit zum Thema mit genaueren Angaben. „“Jeder wechselt fünf Mal im Leben seinen Beruf”“ weiterlesen

Deutschland führt eine neue Berufsklassifikation ein

Die „Klassifikation der Berufe 2010“ (KldB 2010) löst zwei bisherige Klassifikationen ab und weist eine hohe Kompatibilität zur internationalen Berufsklassifikation ISCO-08 auf.
Es handelt sich um eine hierarchische Klassifikation mit fünf Ebenen. Die strukturgebende Dimension ist die „Berufsfachlichkeit“, worunter die Ähnlichkeiten der Berufe bezüglich Tätigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten verstanden wird. Auf der untersten Ebene erfolgt eine Untergliederung anhand der zweiten Dimension, dem „Anforderungsniveau“, das sich auf die Komplexitaet der auszuuebenden Tätigkeit bezieht und vier Komplexitaetsgrade kennt, von „Helfer- und Anlerntaetigkeiten“ bis „hoch komplexe Tätigkeiten“.
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Neue Klassifikation von Qualifikationen und Berufen angekündigt

Die Entwicklung von Klassifikationen macht Spass. Anders wäre es wohl nicht zu erklären, dass immer neue entwickelt werden. Oder muss man immer neue Klassifikationen entwickeln, weil alle bisherigen Versuche gescheitert sind, die Eigenschaften von Menschen zu klassifizieren?

Wie dem auch sei – die Europäische Kommission entwickelt derzeit ESCO (European Skills Competences and Occupations), eine europäische Klassifizierung für Fähigkeiten, Kompetenzen und Berufe. Damit sollen die wichtigsten, für eine Vielzahl von Berufen erforderlichen Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen in allen EU-Sprachen beschrieben werden. „Neue Klassifikation von Qualifikationen und Berufen angekündigt“ weiterlesen

Seit wann gibt es den “zweiten Bildungsweg”?

(Bereits!) seit 1920.

Als „Geburtsstunde“ des zweiten Bildungswegs kann in der Schweiz die Gründung des „Abendgymnasiums“ 1920 betrachtet werden. Träger war das „Institut Juventus“ in Zürich, das seit 1918 ein „Tagesgymnasium“ führte.

Zwei Jahre später folgte dann das „Abendtechnikum“ (wie es Jahrzehnte lang hiess), noch unter den modernen Bezeichnungen „Fachhochschule für
Maschinentechniker“ und „Fachhochschule für Elektrotechniker“.

Quelle: Juventus / Studierende des ZHSF

Espo professioni

Ich bin immer wieder beeindruckt, welche Fortschritte die Berufsorientierung in den letzten Jahren gemacht hat, insbesondere auch die Darstellung der Berufe an Berufsmessen.
Die Tessinder „Espo professioni“ beispielsweise, gegründet 1991 als Veranstaltung einer der örtlichen Lehrwerkstätten, ist heute eine professionelle, mit Engagement und viel Geld gestaltete Messe im Palazzo delle esposizioni di Lugano, vgl. http://www.ti.ch/DECS/temi/espoprofessioni/

Berufsbilder als Videocast

Das Schweizer Fernsehen (SF 1) bietet aus seiner Reihe „Berufsbilder aus der Schweiz“ über 50 Berufsinfofilme im Podcast Format zum Download an. Neue Filme werden wenige Tage nach der Ausstrahlung online gestellt. Ergänzt werden die Filmdownloads durch Arbeitsmaterialien und didaktische Anregungen für den Unterricht.
Damit ermöglicht das Schweizer Fernsehen einen breiten Zugang zu diesen hervorragend gestalteten Filmen.
Uebersicht: http://www.sf.tv/sendungen/myschool/listen/list_miniclips.php
Hintergrundinfo: http://www.sf.tv/webtool/data/pdf/schultvkiosk/uebersicht_podcast_statt_sai_091215.pdf

Quelle: NEWSletter Berufsinformation Wien (!)

Broschüre der Infra: 15 Berufe des Tunnelbaus

Der Fachverband INFRA hat im September 2008 eine Broschüre publiziert, in welcher 15 Berufe des Tunnelbaus vorgestellt werden. Die Broschüre wurde im Oktober 2008 an alle Berufs- und Laufbahnberatungen in der Schweiz verschickt, die französische Version erscheint in Kürze. Weitere Exemplare können gratis bezogen werden beim Fachverband Infra in Zürich, Tel. 044 258 84 90 http://www.infra-schweiz.ch
Jobs mit Tiefgang – Berufe im Untertagbau; Broschüre , 40 Seiten und DVD, gratis; Bezug http://www.infra-schweiz.ch
(PANORAMA.aktuell 28.2.2009)

Nachhaltige Entwicklung: Broschüre über Umweltberufe

Die neue Ausgabe 2008 der Broschüre über Berufe im Bereich Umwelt und nachhaltige Entwicklung enthält auf 216 Seiten über 150 Aus- und Weiterbildungsangebote im Umweltbereich. Der Führer weist eine Übersicht über die in der Schweiz angebotene Ausbildungspalette auf, sowie eine Darstellung jeder einzelnen dieser Ausbildungen (Berufstitel, Ausbildungsart, Aufnahmebedingungen, Art und Dauer des Studiums, Kosten, Spezialisierungsangebote und Kontaktadresse).
Das Bestellformular kann heruntergeladen werden unter http://www.sanu.ch/html/angebot/aktuelle-de.cfm
(PANORAMA.aktuell 28.2.2009)