Der Bund will die Vermittlung von Grundkompetenzen finanziell fördern. Die Stossrichtung der Massnahmen überrascht in mehrfacher Hinsicht.

«Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 5. April 2017 das WBF beauftragt, bis im November 2017 auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes ein Programm für die Weiterbildung von Arbeitnehmenden im Bereich Grundkompetenzen, namentlich mit Blick auf die Digitalisierung der Wirtschaft, zu entwickeln. Die Massnahmen sollen es geringqualifizierten und insbesondere älteren Arbeitnehmenden ermöglichen, im Erwerbsleben zu verbleiben. Ebenfalls bis im November sind die allfälligen notwendigen finanziellen Ressourcen zu beziffern und dem Bundesrat zu beantragen.» (Medienmitteilung)

In der Begründung wird ausgeführt, es bestehe ein ausgebautes Instrumentarium für die Weiterbildungsfinanzierung für Arbeitnehmende. Handlungsbedarf gäbe es hingegen bei der Förderung von Grundkompetenzen wie Kenntnissen der lokalen Sprache oder grundlegenden Informatikkenntnissen. Dies sei insbesondere erforderlich bei über 45-Jährigen sowie in Bereichen mit ausgeprägtem Fachkräftemangel.

Mich wundert, dass die Förderung der Lokalsprache bei über 45-Jährigen und grundlegender Informatikkenntnisse in Bereichen mit Fachkräftemangel Wirkungen haben soll. Weiter erstaunt mich, dass sich die geplanten Massnahmen auf das Berufsbildungsgesetz stützen sollen und nicht auf das neue Weiterbildungsgesetz, in dem die Förderung der Grundkompetenzen ein Schwerpunkt darstellt.

Befremdlich finde ich die Einschätzung der Weiterbildungsfinanzierung. Die Leistungen für die Weiterbildung von Arbeitnehmer/innen mögen in einigen Branchen sehr gut sein, zum Beispiel im Bauhauptgewerbe. Ihre Ausrichtung ist aber in der Regel von der Zustimmung der Arbeitgeber abhängig. Weiter fehlt sie bei sehr viel prekär Arbeitenden, insbesondere in den Bereichen Werbung und Medien. Solche Arbeitsnehmende (oft mit sehr geringen Einkommen) sowie viele Selbständigerwerbende müssen ihre Weiterbildung selbst berappen. Die ungedeckten Aufwendungen können bald mal einen fünfstelligen Betrag ausmachen, wenn die Weiterbildung arbeitsmarktrelevant sein soll.

Viele berufliche Tätigkeiten erfordern eine zertifizierte Ausbildung. Die Notwendigkeit solcher Regelungen soll untersucht werden.

In einem Postulat weist NR Philippe Nantermod darauf hin, dass die Ausübung mancher Berufe durch Vorschriften bezüglich der nötigen Ausbildung eingeschränkt wird. Er äussert die Vermutung, dass dies nicht immer gerechtfertigt sei, sondern der Einschränkung der Konkurrenz diene.

Der Bundesrat weisst in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Wirtschaftsfreiheit in der Bundesverfassung verankert ist (Art. 27) und deren Einschränkung nur zulässig ist, wenn sie durch ein öffentliches Interesse oder durch den Schutz von Grundrechten Dritter gerechtfertigt ist (Art. 36 Abs. 2 BV). Die Bundesverwaltung führt ein Verzeichnis „der Bewilligungen und reglementierten Berufe in der Schweiz“, das gegenwärtig 453 Bewilligungen, basierend auf Bundesrecht, 286 basierend auf kantonalem Recht und 3237 Bewilligungen durch Gemeinden aufzählt. Sehr viele betreffen nicht die Ausbildung, sondern beispielsweise Öffnungszeiten oder die Einschränkung der Benutzung von öffentlichem Grund. Alternativ oder kumulativ können beispielsweise auch bestimmte Berufsqualifikationen, eine Eintragung in einem Register, eine Haftpflichtversicherung oder ein Leumundszeugnis verlangt werden.
Eine wichtige Quelle zur Frage, welche Qualifikationen verlangt werden, ist auch eine vom SBFI im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens geführte Liste der Berufe, für die spezifische Berufsqualifikationen erforderlich sind (www.sbfi.admin.ch/diploma > reglementierte Berufe).
Zur Vermutung, dass manche Vorschriften eher aus korporatistischen Überlegungen eingeführt wurden, schlägt der Bundesrat vor, einen Bericht zu erarbeiten, der die verschiedenen Bedingungen betreffend Ausbildung und Berufsausübung sowie die Entwicklungen der letzten Jahre erfasst und analysiert, auf welches öffentliche Interesse sich die Reglementierungen stützen, und darauf aufbauend zu prüfen, ob weitere Massnahmen angezeigt sind.
Es ist noch offen, ob das Parlament diese Anregung aufnimmt.

Überblick über die Ausbildungsberufe Deutschlands? Ein Lexikon mit 553 Seiten gibt Auskunft.

Interessieren Sie die beruflichen Grundbildungen (Ausbildungsmöglichkeiten) in Deutschland?

BERUF AKTUELL, ein Lexikon erklärt zuerst die Unterschiede zwischen Ausbildungsberuf (mit und ohne Fachrichtungen oder Schwerpunkten), Berufsfachschulberuf und Beamtenausbildung. Dann werden u.a. Fortsetzungsmöglichkeiten und Anrechnungsmöglichkeiten erklärt. Nach Angaben über Dauer, Ausbildungsvergütungen und anderes mehr folgt eine Berufsübersicht, eingeteilt nach Berufsfeldern, und im Hauptteil eine Beschreibung all dieser Ausbildungsmöglichkeiten.

Wem das noch nicht genügt: www.arbeitsagentur.de > BERUFSNET gibt über weitere Details Auskunft.

Noch knapp 500 Abschlüsse der höheren Berufsbildung ohne Anerkennung auf Bundesebene

Ich werde immer wieder gefragt, um welche Abschlüsse es sich bei den „Nicht auf Bundesebene reglementierte höhere Berufsbildungen“ handle. Das Bundesamt für Statistik hat eben die Liste für das Jahr 2015 publiziert.

Die Abschlüsse (das BfS spricht von Diplomen) stammen aus folgenden Ausbildungsfeldern nach ISCED:
• Ausbildung von Lehrkräften mit Fachspezialisierung
• Audiovisuelle Techniken und Medienproduktion
• Religion und Theologie
• Spracherwerb
• Journalismus und Berichterstattung
• Nahrungsmittel
• Textilien (Kleidung, Schuhwerk und Leder)
• Medizinische Diagnostik und Behandlungstechnik
• Therapie und Rehabilitation
• Traditionelle und alternative Heilmethoden und Therapien
• Sozialarbeit und Beratung
• Verkehrsdienstleistungen

Hier die quantitativ wichtigsten der total 472 Abschlüsse (alle: Tertiär – nicht reglementiert)
Anz. Beruf
85 Bewegungspädagoge/-pädagogin
51 Systemtherapeut/in
37 Müllereitechnologe/-technologin
35 Übersetzer/in, Dolmetscher/in
34 Journalist/in
26 Akupunkteur/in
26 Tuina/An Mo – Therapeut/in (chinesische manuelle Therapie)
25 Maltherapeut/in
25 Shiatsu-Therapeut/in
17 Diakon/in
17 Futtermitteltechniker/in
11 Homöopath/in
10 Medizinische/r Assistent/in
10 Audioagoge/in (Verständigungstrainer/innen für hörbeeinträchtigte Erwachsene)
In Klammer: Ergänzungen Wt

Nachdem Gesundheit, Betreuung, Kunst und Landwirtschaft in die vom Berufsbildungsgesetz erfassten Berufsbildungen einbezogen wurden, ist diese Gruppe sehr klein geworden. Sie umfasst noch 1.8% aller 26500 (2015) erworbenen Abschlüsse der Höheren Berufsbildung. Es ist allerdings zu erwähnen, dass die Statistik auf Selbstdeklaration aufbaut und nur Lehrgänge von mindestens 1 Jahr Dauer umfasst, die auf einer mehrjährigen Grundausbildung in der Sekundarstufe II aufbauen.

Bildungsökonomie

Stephan Wolter stellt in einem sehr interessanten Beitrag in der NZZ vom 29.6. 2016 Überlegungen an, weshalb viele Staaten uns um unsere Berufsbildung beneiden und trotzdem nicht in der Lage sind, sie im eigenen Land einzuführen. Er findet die Antwort in grundsätzlichen Fehlentwicklungen in der Bildungspolitik wie der Begrenzung einer möglichen Ausbildungsdauer auf zwei Jahre (Spanien) oder der Glaube an den Nutzen von Umverteilungsmechanismen (Grossbritannien). Damit zeigt er für eine Makroebene auf, dass die in der Bildungsökonomie heute vorherrschenden Kosten-Nutzen-Überlegungen eine beschränkte Wirkung auf die Politik haben.

Leider wird dies von der Bildungsökonomie in Untersuchungen zum Verhalten von Unternehmen immer noch ignoriert. Im Gegensatz zu andern Bereichen der Wirtschaftswissenschaften fehlt in den in der Schweiz üblichen Publikationen zur Ökonomie der Berufsbildung nach wie vor der Einbezug von „weichen Faktoren“ in das Verhalten der Betreibe.

Ob ein bestimmte Person einen Ausbildungsplatz erhält – und das interessiert letztlich die meisten Beteiligten und Betroffenen – hat nicht nur mit rationalen Kosten-Nutzen-Überlegungen zu tun, vgl. beispielsweise die Arbeiten von Christian Imdorf. Manche Lehrmeister (ich verwende bewusst diesen alten Begriff) reizt es, auch schwierigen oder schwachen Jugendliche eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Sie nehmen in Kauf, dass hier die Kosten-Nutzen-Relation ungünstiger ist als bei angepassten Jugendlichen mit Spitzenwerten in Selektionstests. Sie ermöglichen damit erst manchen Jugendlichen einen erfolgreichen Start und tragen zum guten Image der Schweizer Berufsbildung teil.

Anderseits lehnen viele Betriebe die Anstellung von erwachsenen Lernenden durchwegs ab. Obwohl sie nicht mehr genügend fähige Jugendliche finden um ihre Lehrstellen zu besetzen werden Bewerber ab 25 Jahren von vornherein abgelehnt. Dabei dürfte es einsichtig sein, dass erwachsene Lernende dank ihrer Reife und hoher Motivation zu einer deutlich besseren Kosten-Nutzen-Relation führt. Dies beschäftigt mich sehr, bekomme ich doch immer wieder Mails die zeigen wie ausgetrocknet der Lehrstellenmarkt für Erwachsene weiterhin ist.

Die einzigen, die von einem höheren Nutzen für die Betriebe ausgehen sind die Arbeitsmarktbehörden: Sie zahlen Stellenlosen nur Ausbildungsbeiträge aus, wenn ein Betrieb bereit ist, vom ersten Lehrjahr an den Lohn für das letzte Lehrjahr zu bezahlen. Was es den Betroffenen noch schwerer macht, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Berufsbildung für Erwachsene: Auswertung der Statistiken 2013 und 2014

Die Zahl der Abschlüsse der beruflichen Grundbildung (EFZ, EBA und HMS-Diplome) ist von 2013 auf 2014 um 832 Abschlüsse gesunken. Vordergründig kann dies der Ablösung der HMS-Diplome zugeschrieben werden, die um über 1000 Einheiten gesunken sind. Allerdings ist die Zahl der Abschlüsse bei Personen ab 25 Jahren sogar um rund 1150 Einheiten gesunken, in einem Bereich in dem HMS kaum tätig sind. Offenbar sind in den letzten Jahren wesentlich weniger Erwachsene in Berufslehren aufgenommen worden, denn die Zahl der Abschlüsse nach direktem Zugang zu den QV ist etwas, die Zahl der Abschlüsse nach Validierungsverfahren sogar deutlich gestiegen. Bei letzteren hat sich die Konzentration auf die Kantone Genf und Zürich fortgesetzt.
Dies sind einige Resultate der Auswertung der Statistik „Sekundarstufe II, Berufliche Grundbildung: Bildungsabschlüsse. 2014“ des Bundesamtes für Statistik. Einer Auswertung, die sich vor allem mit den Abschlüssen von Personen ab 25 Jahren, also mit der Berufsbildung für Erwachsene befasst.

Berufsbildung für Erwachsene

Seit bald zehn Jahren beschäftigen wir uns mit der Berufsbildung für Erwachsene. Seit einiger Zeit ist das Projekt „ZweiteChance“ unser wichtigstes Arbeitsgebiet. Es befasst sich mit der Förderung der über 600’000 Einwohner/innen der Schweiz im Alter von 25 bis 64 Jahren, die nach der obligatorischen Schulzeit keine weitere Ausbildung abgeschlossen haben.
Ich werde in Zukunft in diesem Blog immer mal wieder auf Resultate aus diesem Projekt hinweisen und über Vorkommnisse orientieren,die sich mit der Thematik befassen.

2015 haben wir unter anderem folgende Recherchen abgeschlossen und auf der Website der Firma publiziert:

Ein erfolgreiches Modell aus Österreich: «Du kannst was!»
Die Entwicklung und der heutige Stand der rechtlichen Grundlagen der Berufsbildung für Erwachsene
Das einschlägige Angebot von Hotel&Gastro formation Schweiz
Warum Berufsbildung für Erwachsene? Ein Argumentarium
An wen richtet sie sich? Wichtige Zielgruppen einer Förderung
Eidgenössisch anerkannte Abschlüsse (EFZ, EBA) sind nicht die einzigen Möglichkeiten beruflich voranzukommen: Alternativen
Berufsbildung für Erwachsene im Detailhandel
Vorbildliche Angebote im Kanton Solothurn
Validierungsverfahren – eine Erfolgsgeschichte (Informatikerin EFZ)

UPDATE:
Weitere Darstellungen finden Sie unter www.ZweiteChance/Angebote

Berufsbildung jenseits des BBG

Wir sind ja stolz auf unsere Berufsbildung – und vergessen dabei meist, dass es jenseits der durch das Berufsbildungsgesetz geregelten Bildungsgänge weitere Formen der Berufsbildung gibt, die sich durchaus sehen lassen können. Im neuen Buch von Evi Schmid, Philipp Gonon und mir haben wir einige davon beschrieben.
In den letzten Wochen habe ich mich noch etwas tiefer mit besonders kurzen Ausbildungen befasst, die als Alternative zu den BBG-geregelten Grundbildungen in Frage kommen, wenn ein Erwachsener eine berufliche Ausbildung erwerben will. Manche Interessierte fühlen sich ja vom Aufwand für den Erwerb eines EBA oder gar eines EFZ überfordert und könnten in diesem Bereich eine Möglichkeit für eine „Zweite Chance“ finden.
Die gute Kunde: Es gibt eine rechte Zahl von kürzeren Ausbildungen für Erwachsene. Einige können als in sich abgeschlossene und als solche für sich wertvolle Teile einer Vorbereitung auf ein EFZ besucht werden. Andere stellen Alternativen dar, die dank modularem Aufbau zu anspruchsvollen beruflichen Qualifikationen führen können.
Die schlechte Kunde: Manche Angebote sind den Aufwand nicht wert: Sie führen zwar zu wohlklingenden Abschlüssen, vermitteln aber Qualifikationen, für die kein Markt besteht – ausser als Ausbilder/in für andere Interessierte – es sind Schneeballsysteme im Bildungswesen.

Berufliche Nachholbildung: 7 Wege

Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht mehrere Wege, als Erwachsener einen ersten Abschluss einer Berufsausbildung zu erwerben. Meist ist von vier oder fünf Wegen die Rede. Es sind aber sechs und zudem gibt es einen siebten Weg zum Abschluss, der im Gesetz nicht erwähnt wird:

Erwerb einer beruflichen Grundbildung
– in einer normalen Berufslehre,
– in einer individuell verkürzten Lehre oder
– in einer speziell für Erwachsene geregelten Berufslehre.
Abschluss: Eidg. Fähgkeitsausweis (EFZ) oder Eidg. Berufsattest (EBA). Alle drei Varianten entweder in einer Betriebslehre („duales System“) oder in einer schulisch organisierten berufl. Grundbildung (Lehrwerkstätte, Handelsmittelschule, Informatikmittelschule etc.)

Erwerb eines Eidg. Fachausweises durch Bestehen einer Berufsprüfung – dies ist in gewissen Fällen auch möglich ohne vorher ein EFZ zu erwerben.

Lehrabschlussprüfung für Erwachsene ohne eine Berufslehre besucht zu haben

Validierung („sur dossier“)

Abschlüsse von Berufsverbänden (z.B. Schweisser), von privaten Prüfungsorganisationen (z.B. ETS in den USA) oder von führenden Firmen (z.B. Microsoft) – Abschlüsse, die in gewissen Branchen ebenso wertvoll sind wie staatlich anerkannte Abschlüsse gem. Berufsbildungsgesetz.

Hier eine Übersicht über diese sieben Möglichkeiten.

Förderung von Erwachsenen ohne Sek.II-Abschluss mit Bildungsgutscheinen

Im Rahmen eines Pilotprojektes des Kantons Fribourg erhalten Personen über 25 ohne Abschluss der Sekundarstufe II Beiträge an die Weiterbildungskosten. „Förderung von Erwachsenen ohne Sek.II-Abschluss mit Bildungsgutscheinen“ weiterlesen

Validierung von Bildungsleistungen: Neue Zuständigkeiten

Ende 2009 wurde das nationale Projekt „Validierung von Bildungsleistungen“ des BBT abgeschlossen. Die mit der Validierung verknüpften Aufgaben werden nun von den Verbundpartnern (Bund, Kantone, OdA) wahrgenommen. Die Arbeitsgruppe „Validation des acquis“ der SBBK stellt neu die Koordination sicher. Das aus dem Projekt entstandene Internetportal [www.validacquis.ch|http://www.validacquis.ch] wird ab Anfang 2010 ebenfalls von der SBBK-Geschäftsstelle betreut. Es enthält eine Übersicht der Angebote in den Kantonen, sowie Informationen für Fachpersonen und potentielle Kandidierende. Im BBT ist das Ressort berufliche Grundbildung für die Aufgaben zuständig, die der Bund zu erfüllen hat. Dazu zählen die Anerkennung der kantonalen Validierungsverfahren sowie die Genehmigung der Qualifikationsprofile und der Bestehensregeln, die von den Organisationen der Arbeitswelt erarbeitet werden. Ziel ist es, die Validierung von Bildungsleistungen bis 2012 schweizweit zu etablieren. Das BBT wird dazu Anfang 2010 eine Vernehmlassung durchführen.
[Mehr|http://edudoc.ch/record/36344]
[Informationen in Italienisch|http://edudoc.ch/record/36345]

„Rose Valida“: Pionierleistungen ausgezeichnet

Im Anschluss an die BBT-Jahrestagung „Validierung von Bildungsleistungen“ hat der [Verein Valida|http://www.valida.ch/] am 15. Dezember in Bern zum ersten Mal einen Preis an eine Person und an eine Organisation verliehen, die sich um die Anerkennung nicht formaler Lernleistungen verdient gemacht haben. Die „Rose Valida“ ging zum einen an Roland-Henri Gardel, Direktor der Ramelet SA und kantonaler Chefexperte für die Lehrabschlussprüfungen der Metallkonstrukteure des Kantons Waadt. Er hatte initiiert, dass der kantonale Fähigkeitsausweis für den Metallkonstrukteur im Kanton Waadt seit 2007 auch durch die Validierung nicht formaler Lernleistungen erworben werden kann. Der andere Preisträger ist der Schweizerische Verband für Weiterbildung [SVEB|http://www.alice.ch/de/sveb/]. Der SVEB habe in der [Gleichwertigkeitsbeurteilung|http://www.alice.ch/de/ada/gleichwertigkeit/] Pionierarbeit geleistet und unterstütze die Idee mit seiner Verbandspolitik, begründete Valida-Präsident Ruedi Winkler.

Validierung von Militärausbildungen durch die SKO

Die Schweizer Kader Organisation (SKO) bietet eine Validierung der Ausbildungen von Offizieren an: Leadership-Diplome Stufe 1 für Leutnants, Stufe 2 für Kompaniekommandanten und ein Leadership- und Management-Diplom für Majore und höhere Offiziere. Zurzeit wird diese Validierung der militärischen Ausbildungen lediglich in der Romandie angeboten. In der Deutschschweiz sind entsprechende Verhandlungen im Gang.
Zusätzliche Informationen auf der französischsprachigen Website der [SKO|http://www.cadres.ch], unter der Rubrik „Formation (Reconnaissance des acquis militaires)“

Frankreich: Validierungsverfahren haben 2007 stagniert

Das Validierungsverfahren ist in Frankreich ein Weg um ein nationales berufsbezogenes Diplom zu erlangen. Kürzlich wurden die Zahlen des Jahres Jahres 2007 bekannt gegeben. Während die Anzahl der von einer Jury geprüften Dossiers leicht abnahm (-1,4%, hat die Zahl der Kandidierenden, die ein Diplom erhalten haben (einer von zehn) leicht zugenommen (+1,3%).
Weitere Informationen (nur Französisch)
(PANORAMA.aktuell 12.6.2009)

Berufsberatende: Mit Validierungen zum Abschlussdiplom

In Zukunft können Berufsberatende mit mehrjähriger Berufserfahrung und einschlägigen Kompetenzen ein Validierungsverfahren durchlaufen und den BBT-anerkannten Abschluss „Dipl. Berufs-, Studien- und Laufbahnberater/in“ erlangen. Ein Pilotprojekt ist Ende 2008 gestartet. Im Interview mit der Zeitschrift Panorama erläutert die Präsidentin der Schweizerischen Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Berufs- und Studienberatung (KBSB), Isabelle Zuppiger, das Projekt. Das Validierungsverfahren bietet für Personen mit entsprechenden Kompetenzen und Erfahrungen eine Alternative zu bestehenden Ausbildungen.
Mehr dazu im Aprilheft 09 der Fachzeitschrift PANORAMA .
(PANORAMA.aktuell 12.5.2009)

Validierung von Erfahrungswissen: Die Universität Genf führt ein

Unter der Bezeichnung „validation des acquis de l’expérience (VAE)“ (Validierung von Erfahrungswissen) wurde erstmals in der Schweiz ein Pilotprojekt für universitäre Ausbildungen lanciert. An der Universität Genf erlaubt die VAE eine Teildispensierung vom Studienprogramm gewisser Bachelors (Informatik, Betriebswirtschaft, Politikwissenschaften, Sozialökonomie und Soziologie). Zum VAE berechtigt sind Kandidat/innen, die über mindestens dreijährige Vollzeit-Berufserfahrung im Bereich des angestrebten Diploms verfügen. Nach erfolgter Anmeldung haben die Kandidierenden ein Dossier zu erstellen, um sich über ihre Kenntnisse und Kompetenzen auszuweisen. Aufgrund dieser Unterlagen werden ihnen dann so genannte ECTS Kreditpunkte gewährt.
VAE Flyer (französisch)
Weitere Informationen
(PANORAMA.aktuell 17.2.2009)

Validierung von Bildungsleistungen: Die weiteren Schritte

An der 4. Jahreskonferenz des Nationalen Projekts Validierung von Bildungsleistungen sind Ende 2008 die Resultate der Arbeiten des letzten Jahres präsentiert worden, darunter das Ergänzungsdokument zum nationalen Leitfaden. Zudem wurde über die weiteren Arbeiten im Hinblick auf den Projektabschluss Ende 2009 informiert. Ein Schwerpunkt liegt auf den Schnittstellen zwischen Kantonen und OdA. Insbesondere soll die interkantonale Vergleichbarkeit der Dossiers sichergestellt werden. Am 15. Dezember 2009 sind der Schlussbericht des nationalen Projekts und Resultate aus der übergeordneten Evaluation zu erwarten.
Dokumentation der 4. Jahreskonferenz und Termine 2009
(PANORAMA.aktuell 3.2.2009)