Aus den Anfängen der beruflichen Weiterbildung

Ein Vortrag aus dem Jahr 1946, gehalten von Arnold Schwander, seit 1931 in der Sektion für berufliche Ausbildung tätig und seit 1942 deren Chef, gibt einen Einblick in die Anfänge der beruflichen Weiterbildung: Nach dem er aus den Bemühungen in der Zwischenkriegszeit berichtete fährt er weiter: „Nachdem der Unterricht auf der Lehrlingsstufe durchorganisiert und ausgebaut ist, muss nun in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg die planmässige Weiterbildung einsetzen. Es herrsche seitens der „Lehrentlassenen“ ein grosses Interesse, wie sich zum Beispiel am Interesse für die Aufnahme ins Techniker Winterthur zeige.
Schwander weist darauf hin, dass bereits verschiedene Fachschulen bestehen würden wie die Schreinerfachschule in Bern, die Bauschule in Aarau, die Gartenbauschule Oeschberg, Hotelfachschulen in Lausanne und Luzern usw. Weiter weist er auf Tagesunterricht für verschiedene Berufe an Gewerbeschulen hin. Er erinnert auch an Vorbereitungen auf eine der 62 Meisterprüfungen, die aber jeweils nur 40 Lektionen umfassen würden und so eher als Orientierung denn als Weiterbildung zu bezeichnen seien.

Sein Anliegen ist der Aufbau von Weiterbildungskursen, die neben einer Berufstätigkeit besucht werden könnten, „wöchentlich während eine Tages, eines Halbtages oder in den Abtendstunden“, zum Beispiel für Zeichnen, Skizzieren, Werkstattrechnen, Buchführung, Korrespondenz und Rechtskunde. Es seien zudem „berufskundliche“ Weiterbildungen zu schaffen, was aber in erster Linie Aufgabe der Berufsverbände sei, nicht der Gewerbeschulen.

Quelle: Schwander A. (1946). Die Vorbereitungskurse auf die Meisterprüfungen. In: Blätter 1946, S. 117f

Der Aufsatz enthält auch eine Liste der bestehenden Fachschulen.