Veröffentlicht am: 23. März 2012
Die Stiftung Enterprise führt seit 2006 unter dem Titel EnterPrize Wettbewerbe durch, bei denen “Unternehmergeist in der Berufsibldung” ausgezeichnet wird. Nun ist eine Liste der bisherigen Preisträger erschienen, von der auch Dokumentationen heruntergeladen werden können, die die bisherigen Preisträger kurz darstellen.
Nebenbei: In der Zeitschrift PANORAMA gibt es ausführlichere Darstellungen der Priesträger 2006 und 2008.
Hier die Namen der Finalisten:
2006:
Berufswahlplattform Kanton Solothurn (Gewinner)
Creative Solutions, Winterthur
Lernfoyer, Zürich
2008:
Login, Ausbildungsverbund in der Welt des Verkehrs (Gewinner)
Haus der Farbe, Zürich
Leseförderung an Berufsfachschulen
Caroline Hüte & Mützen, Luzern
Laufbahn-Coaching, BerufsBildungBaden
2010:
Overall Lehrverbund, Basel (Gewinner)
Bühler AG, Uzwil
Crescenda, Gründungszentrum für Migrantinnen, Basel
Schulisches Brückenangebot Kanton Zug
Bildungsregion Zentralschweiz
Veröffentlicht am: 14. März 2012
Ich habe heute morgen einen anregenden Betrag aus dem Podcast “SWR2 Aula” mit Paul Liessmann gehört, in dem aufzeigte, dass “Wissen in der Wissensgesellschaft wenig gilt”, u.a. weil es fälschlicherweise mit Information und Information mit der Archivierung von Daten Verwechselt wird.
So kreisen denn heute Lehrpläne um “Kompetenzen”, “Workloads” und “Soft Skills”. Von “Bildung” ist sowieso nicht mehr die Rede. Vielleicht zu Recht, versteht man doch unter diesem Begriff nicht mehr die Möglichkeit, den Menschen “aus der Unmündigkeit in die Autonomie zu leiten”, sondern ein Überlebenstraining für die einen und das zentrale Mittel für den “erbitterten Kampf um Chancen und Einkommen” für die anderen.
Liessmann kommt dann zu den andernorts auch publizierten Unterscheidungen von verschiedenen und in unserer Zeit unterschiedlich wertvollen Formen von Wissen und der Möglichkeit, diese zu definieren, zu erwerben und nachzuweisen. Seine Warnung vor dem Versuch, das wirklich wichtige Wissen als Kompetenzen zu definieren, die man in Test erfassen und in Bildungsstandards beschreiben kann – dies ist im Auge zu behalten scheint mir wichtig, wenn auch heute ein Kampf mit der Windmühle!
Veröffentlicht am: 15. Februar 2012
Das Innovation Union Scoureboard (IUS) 2011 der EU-Kommission bezeichnet die Schweiz als innovativstes Land Europas.

Hängt dies irgendwie mit dem Bildungssystem zusammen? Offenbar, schreibt doch Panorama.aktuell: ” Die Gesamtergebnisse widerspiegeln eine agile Exportwirtschaft, die auf einer soliden Wissensbasis von Hochschulen und Forschung und einer aktiven Innovationstätigkeit aufbaut.” Wissen … Hochschulen … Forschung. Und dabei war ich der Ansicht, unser Bildungssystem zeichne sich eher durch einen Schwerpunkt bei der klassischen Berufsbildung aus als bei Hochschulen und Forschung.
Dabei las ich heute in einem Blog: “An ounce of action is worth a ton of theory. Don’t be too timid and squeamish about your actions.” (Ralph Waldo Emerson)
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Veröffentlicht am: 15. Februar 2012
Dies ist der gelungene Titel eines umfangreichen Essays des Schriftstellers und Berufsschullehrers Jürg Meier, genannt Jürgmeier, publiziert im Infosperber vom 15. Februar 2012. Der etwas aussschweifende Text enthält viele schöne Beispiele zur Auffassung, dass die heutige Jugend nicht mehr ist, was sie mal war.
Gutes Material für Vorträge und Diskussionen mit der Generation, die noch in der guten alten Zeit jung war. Ein weiteres schönes Beispiel habe ich selbst kürzlich publiziert.
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Veröffentlicht am: 13. Januar 2012
Eine Berufs- oder höhere Fachprüfung ergibt einen Lohnvorteil von bis 16% gegenüber einer Person mit einer abgeschlossenen drei- oder vierjährigen Lehre. Bei der höheren Fachschule beträgt der Lohnvorteil sogar 25%.
Dies sind Resultate aus den neuesten Berechnungen der individuellen Bildungsrenditen. Weiter ist dem Bericht, publiziert in der “Volkswirtschaft” der “Ertrag pro eingesetztes Bildungsjahr” zu entnehmen, der für die höhere Berufsbildung höher ist als für ein Hochschulstudium: “Vergleicht man den Ertrag pro eingesetztes Bildungsjahr mit den Erträgen eines Fachhochschulstudiums oder eines Studiums an einer Universität, welche zwischen 8% und 9% bzw. 6% und 7% liegen, wird zudem deutlich, dass der Arbeitsmarkt Abschlüsse der höheren Berufsbildung offenbar klar höher monetär bewertet als solche des Tertiär A-Systems.”
Gemäss Fazit zeige dies, dass “die anders gelagerten Finanzierungskonzepte der höheren Berufsbildung nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen der Nachfrage nach solchen Ausbildungen” führt und somit andere Vorteile aufwiege.
Ob die Handwerkerinnen und Handwerker, die für Ausbildung und Prüfung rasch mal 20’000 oder 30’000 Franken auf den Tisch legen müssen, dies wohl auch so sehen, wenn sie erleben, dass ein Hochschulstudium pro Semester einige hundert Franken kostet?
Veröffentlicht am: 22. Dezember 2011
“Die Tatsache, dass sich sogar aus denselben Daten vollkommen widersprechende Ergebnisse herausdestillieren lassen, ist in der ökonomischen Forschung keineswegs ungewöhnlich. Das eben erwähnte Beispiel macht einmal mehr deutlich, dass empirische Datenanalysen mit Hilfe statistischer Verfahren (Ökonometrie) in Wirklichkeit selten dazu beitragen, Behauptungen als richtig oder falsch zu entlarven. Durch “geeignete” Auswahl der Daten und des Zeitraums, durch “geeignete” Manipulation der Daten, durch die Auswahl “geeigneter” statistischer Verfahren und durch die Nichtpublikation von Resultaten, die der eigenen Position widersprechen, lassen sich fast alle postulierten Zusammenhänge je nach Interesse der Forscher bestätigen oder falsifizieren. Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.”
Dies ist ein Zitat von Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und u.a. Autor des Buches “Sinnlose Wettbewerbe – Warum wir immer mehr Unsinn produzieren.” Im Zusammenhang mit der Frage, ob Reichtum glücklicher macht, äussert er sich einmal mehr zum Wert von empirischen Untersuchungen und findet dabei einmal mehr heraus, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.
Seine Kritik an der emprischen Forschung ist auch auf seine eigenen Aussagen anzuwenden. Trotzdem lerne ich daraus: bei der Anwenddung von empirischen Aussagen (z.B. den Resultaten der PISA-Untersuchungen) ist höchste Vorsicht geboten. Oder wie der Volksmund sagt: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Womit ich einmal mehr eine Beleg für eine Auffassung gefunden habe, die ich schon lange vertrete. Wie sagt doch Binswanger: “Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.”
Veröffentlicht am: 29. November 2011
“Wir haben durch die Änderung der finanziellen Anreize 1500 junge Erwachsene aus der Sozialhilfe in eine Lehre gebracht.” erklärt Bundesratskandidat Pierre-Yves Maillard in einem Interview im TA, 25. November 2011.
Er spricht vom Projekt FORJAD, wahrlich einer vorbildlichen Leistung: Unter bestimmten Bedingungen erhalten Personen zwischen 18 und 25 Stipendien statt Sozialhilfe und so die Möglichkeit, eine berufliche Grundbildung nachzuholen. 10 Gesetze und Verordnungen mussten dazu geändert werden. Erfolgreich gelöstes Hauptproblem: Stipendien werden vom Kanton vergeben, Sozialhilfe von den Gemeinden.
Mehr dazu: Abklärungen und Bericht über unsere Veranstaltung, druchgeführt zusammen mit VALIDA im Rahmen des Projekts “Zweite Chance“.
Veröffentlicht am: 18. November 2011
Alles muss man mal lernen. Jede neue IK-Technik. Ausser man ist jünger als die Technik selbst, vgl. die “Digitale Natives“.

Veröffentlicht am: 10. November 2011
Dieser Tage wurde es mir wieder bewusst: es ist noch keine 50 Jahre her, seit in der Schweiz alle Kinder das Recht haben, ganzjährig zur Schule zu gehen.
In den 60er Jahren des 20. Jh. dauerte das Schuljahr in den Bündner Bergen 28 Wochen. Von April bis anfangs Oktober war schulfrei, damit die Kinder auf den Höfen ihrer Eltern mitarbeiten konnten. Man sprach denn auch von Winterschule im Gegensatz zur Ganzjahresschule in den Städten.
Wir Lehrer waren übrigens damals während 30 Wochen angestellt; es wurden uns 2 Wochen bezahlte Ferien gewährt. Im Sommer arbeiteten viele von uns in der Saison-Hotelerie, andere bei Bergbahnen oder – wie ihre Schüler/innen – auf den eigenen Höfen.
Der Religionsunterricht dauerte übrigens am Heinzenberg noch einige Wochen kürzer, denn der Pfarrer dieser Region war leidenschaftlicher Jäger und liess sich während der Hochjagd von seinen Verpflichtungen freistellen …
Veröffentlicht am: 10. November 2011
Dies sei eines der zentralen Fortschritte der Waadtländer Sozialpolitik, sagt der Waadtländer Gesundheitsdirektor und BR-Kandidat Pierre-Yves Maillard. Gemeint ist damit das Programm FORJAD, tatsächlich eine beeidruckende Leistung der Politik: 10 Gesetze und Verordnungen wurden koordiniert so abgeändert, dass dank interinstitutioneller Zusammenarbeit Jugendliche und junge Erwachsene die nötigen Mittel erhalten um eine berufliche Grundausbildung nachzuholen.