Bildungsrendite der höheren Berufsbildung

Eine Berufs- oder höhere Fachprüfung ergibt einen Lohnvorteil von bis 16% gegenüber einer Person mit einer abgeschlossenen drei- oder vierjährigen Lehre. Bei der höheren Fachschule beträgt der Lohnvorteil sogar 25%.

Dies sind Resultate aus den neuesten Berechnungen der individuellen Bildungsrenditen. Weiter ist dem Bericht, publiziert in der “Volkswirtschaft” der “Ertrag pro eingesetztes Bildungsjahr” zu entnehmen, der für die höhere Berufsbildung höher ist als für ein Hochschulstudium: “Vergleicht man den Ertrag pro eingesetztes Bildungsjahr mit den Erträgen eines Fachhochschulstudiums oder eines Studiums an einer Universität, welche zwischen 8% und 9% bzw. 6% und 7% liegen, wird zudem deutlich, dass der Arbeitsmarkt Abschlüsse der höheren Berufsbildung offenbar klar höher monetär bewertet als solche des Tertiär A-Systems.”

Gemäss Fazit zeige dies, dass “die anders gelagerten Finanzierungskonzepte der höheren Berufsbildung nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen der Nachfrage nach solchen Ausbildungen” führt und somit andere Vorteile aufwiege.

Ob die Handwerkerinnen und Handwerker, die für Ausbildung und Prüfung rasch mal 20’000 oder 30’000 Franken auf den Tisch legen müssen, dies wohl auch so sehen, wenn sie erleben, dass ein Hochschulstudium pro Semester einige hundert Franken kostet?

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Glaube keiner Statistik …

“Die Tatsache, dass sich sogar aus denselben Daten vollkommen widersprechende Ergebnisse herausdestillieren lassen, ist in der ökonomischen Forschung keineswegs ungewöhnlich. Das eben erwähnte Beispiel macht einmal mehr deutlich, dass empirische Datenanalysen mit Hilfe statistischer Verfahren (Ökonometrie) in Wirklichkeit selten dazu beitragen, Behauptungen als richtig oder falsch zu entlarven. Durch “geeignete” Auswahl der Daten und des Zeitraums, durch “geeignete” Manipulation der Daten, durch die Auswahl “geeigneter” statistischer Verfahren und durch die Nichtpublikation von Resultaten, die der eigenen Position widersprechen, lassen sich fast alle postulierten Zusammenhänge je nach Interesse der Forscher bestätigen oder falsifizieren. Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.”

Dies ist ein Zitat von Mathias Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und u.a. Autor des Buches “Sinnlose Wettbewerbe – Warum wir immer mehr Unsinn produzieren.” Im Zusammenhang mit der Frage, ob Reichtum glücklicher macht, äussert er sich einmal mehr zum Wert von empirischen Untersuchungen und findet dabei einmal mehr heraus, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.

Seine Kritik an der emprischen Forschung ist auch auf seine eigenen Aussagen anzuwenden. Trotzdem lerne ich daraus: bei der Anwenddung von empirischen Aussagen (z.B. den Resultaten der PISA-Untersuchungen) ist höchste Vorsicht geboten. Oder wie der Volksmund sagt: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Womit ich einmal mehr eine Beleg für eine Auffassung gefunden habe, die ich schon lange vertrete. Wie sagt doch Binswanger: “Wie subjektiv die Ergebnisse sind, lässt sich daran erkennen, dass die gleichen Forscher immer dasselbe herausfinden.”

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1500 aus der Sozialhilfe in eine Lehre gebracht.

“Wir haben durch die Änderung der finanziellen Anreize 1500 junge Erwachsene aus der Sozialhilfe in eine Lehre gebracht.” erklärt Bundesratskandidat Pierre-Yves Maillard in einem Interview im TA, 25. November 2011.
Er spricht vom Projekt FORJAD, wahrlich einer vorbildlichen Leistung: Unter bestimmten Bedingungen erhalten Personen zwischen 18 und 25 Stipendien statt Sozialhilfe und so die Möglichkeit, eine berufliche Grundbildung nachzuholen. 10 Gesetze und Verordnungen mussten dazu geändert werden. Erfolgreich gelöstes Hauptproblem: Stipendien werden vom Kanton vergeben, Sozialhilfe von den Gemeinden.
Mehr dazu: Abklärungen und Bericht über unsere Veranstaltung, druchgeführt zusammen mit VALIDA im Rahmen des Projekts “Zweite Chance“.

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IKT-Unterricht 1906

Alles muss man mal lernen. Jede neue IK-Technik. Ausser man ist jünger als die Technik selbst, vgl. die “Digitale Natives“.

Die wahlscheibe eines selbstwahltelephones

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Kinderarbeit in der Schweiz

Dieser Tage wurde es mir wieder bewusst: es ist noch keine 50 Jahre her, seit in der Schweiz alle Kinder das Recht haben, ganzjährig zur Schule zu gehen.

In den 60er Jahren des 20. Jh. dauerte das Schuljahr in den Bündner Bergen 28 Wochen. Von April bis anfangs Oktober war schulfrei, damit die Kinder auf den Höfen ihrer Eltern mitarbeiten konnten. Man sprach denn auch von Winterschule im Gegensatz zur Ganzjahresschule in den Städten.

Wir Lehrer waren übrigens damals während 30 Wochen angestellt; es wurden uns 2 Wochen bezahlte Ferien gewährt. Im Sommer arbeiteten viele von uns in der Saison-Hotelerie, andere bei Bergbahnen oder – wie ihre Schüler/innen – auf den eigenen Höfen.

Der Religionsunterricht dauerte übrigens am Heinzenberg noch einige Wochen kürzer, denn der Pfarrer dieser Region war leidenschaftlicher Jäger und liess sich während der Hochjagd von seinen Verpflichtungen freistellen …

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Jugendliche aus der Sozialhilfe holen und in die Berufsbildung eingliedern

Dies sei eines der zentralen Fortschritte der Waadtländer Sozialpolitik, sagt der Waadtländer Gesundheitsdirektor und BR-Kandidat Pierre-Yves Maillard. Gemeint ist damit das Programm FORJAD, tatsächlich eine beeidruckende Leistung der Politik: 10 Gesetze und Verordnungen wurden koordiniert so abgeändert, dass dank interinstitutioneller Zusammenarbeit Jugendliche und junge Erwachsene die nötigen Mittel erhalten um eine berufliche Grundausbildung nachzuholen.

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Ein eindrückliches Beispiel von Nachwuchswerbung

Einige grosse Lehrbetriebe sind schon seit einigen Jahren mit ihrer Lehrlingswerbung aktiv, beispielsweise Die Post, Login, Aprentas. Dies bringt KMUs in Zugzwang. Eine mittelgrosse Firma im Raum Schaffhausen, Stierlin, ein Stahl- und Handwerkzentrum, zeigt ein eindrücliches Beispiel, wie diese Herausforderung bewähltigt werden kann: www.werkzeux.ch.

Stierlin, Teil der FF Group, bildet zurzeit rund 30 Lehrlinge im Detailhandel sowie als Informatikerin, Kaufmann, Produktionsmechanikerin und Logistiker aus. Auf der erwähnten Website können Interessierte Werbefilmchen und Videos zu inhaltlichen Fragen (Arbeitsschutz, Lehrvertrag) anklicken, die gut daher kommen ohne dabei mit grossen TV-Produktionen konkurrenzieren zu wollen. Den Höhepunkt bildet ein kleines Spiel, bei dem es um die Arbeit der Werkzeugverkäufer geht, das sogar mir Spass gemacht hat.

Nebenbei: Der Kunde, den ich bedient habe, hat wutentbrannt und laut schimpfend den Laden verlassen. ;-(

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Genf bietet eine Fachmaturität “Modedesign” an.

Die EDK listet für die Fachmittelschulen sechs Fachrichtungen auf: Soziale Arbeit, Pädagogik, Kommunikation und Information, Gestaltung und Kunst, Musik und Theater, Angewandte Psychologie. Die Liste ist nicht abschliessend.

Im Kanton Genf kann nach dem Erwerb des Fachmittelschulausweises an einer Ecole de culture générale in einem weiteren Jahr eine Fachmaturität in den Richtungen Soziale Arbeit, Gesundheit und vier gestalterische Fachmaturitäten erworben werden: architecture d’intérieur, communication visuelle, design mode, design bijou. Der Unterricht für die gestalterischen Richtungen wird von der Ecole des arts décoratifes (EAA) durchgeführt. Der Erwerb der Fachmaturität berechtigt zur Teilnahme am concours d’admission der Genfer Fachhochschule für Gestaltung HEAD.

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Misst PISA Qualifikationen oder Motivationen?

Dieser Tage habe ich sie wieder einmal gehört, die Klage über die ungenügenden Deutsch- und Rechenkenntnisse (60%), die – gemäss PISA – so weit gehen, dass eine rechte Minderheit (17%) nicht in der Lage ist, einen einfachen Text zu lesen und zu verstehen.

Ich erinnere mich dann jeweils an einen Besuch in einer geschützten Werkstätte vor einigen Jahren. Sie beschäftigte Erwachsene mit so geringer Intelligenz, dass sie in der freien Wirtschaft keine Arbeit fanden. Vor der Werkstätte gab es einen grossen und gut genutzten Parkplatz. Ich wollte wissen, ob denn in dieser Institution so viele Betreuer tätig seien. Nein, die Autos gehörten den Beschäftigten, bekam ich zur Antwort. Ja, fast alle der Beschäftigten hätten die Fahrprüfung bestanden.

Wie gesagt, dieses Erlebnis kommt mir jeweils in den Sinn, wenn ich von den PISA-Resultaten höre. Es zeigt die alt bekannte Tatsache auf, dass eine Leistung nicht nur Qualifikationen sondern auch Motivation voraussetzt. Oder postiiv gesagt: dass (nur) ein Mensch mit hoher Motivation zu guten Leistungen fähig ist. Wie kämen wohl die PISA-Tests heraus, wenn von den dort gezeigten Leistungen der Erwerb der Fahrerlaubnis abhängen würde?

Wir gehen bei Tests immer davon aus, dass sie zeigen, was jemand kann. Vielleicht zeigen sie manchmal eher, was jemand können will. Die Annahme, dass jeder Prüfling sein Bestes gibt, wenn er aufgefordert wird, sich einem Test zu unterwerfen, muss hinterfragt werden. Ich habe bisher keine einschlägige Publikation gefunden, von einem beteiligten Forscher wurde ich ‘abgeputzt’, als ich diese Frage stellte.

Vielleicht zeigt PISA nicht nur Lesefähigkeit und andere Qualifikationen auf, sondern auch wie sehr eine Population bereit ist, auf Kommando gute Leistungen zu erbringen und/oder welchen Aufwand die zuständigen Betreuungspersonen betreiben, um die Probanden zu Bestleistungen zu motivieren.

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Very Experienced Persons und DIY

Wow, kurz vor meinem Eintritt ins nächste Jahrzehnt taucht ein passender Begriff für uns auf: Very Experienced Persons. Gemeint sind Leute zwischen 70 und 80, vgl. Interview mit dem gdi-Leiter David Bosshart in TAM 41/2001.
Obwohl er noch über vergleichsweise wenig Expirience verfügt (er ist erst 51 Jahre alt) gebe ich ihm recht, wenn er sagt: Die Herausforderungen der nächsten Jahre wird die Wissensgesellschaft nicht (allein Wt) lösen: “Selbermachten ist und wird ein Megatrend für die kommenden zwanzig Jahre bleiben.”
Womit zur DIY der Zukunft sowohl die Pflege von uns Alten zuhause als auch die Fertigung von Tools 3 D-Druckern gehören kann. Dazu braucht es aber Beratung, Beratung durch gelernte Berufsleute.

Vielleicht werden im Beratungs-Business plötzlich erfahrene Berufsleute den Akademikern frisch ab Presse vorgezogen.

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